Berlin : Anschutz baut – wenn die Rendite stimmt

Beginn für Halle am Ostbahnhof für Herbst geplant / Jetzt wird ein Namensgeber gesucht

Klaus Kurpjuweit

Die Euphorie ist etwas verflogen, doch die Verantwortlichen bleiben optimistisch: Im Herbst sollen die Arbeiten für den Bau der neuen Mehrzweckhalle am Ostbahnhof beginnen – wenn es dafür Vermarktungschancen gibt. Diese Bedingung stellte gestern Detlev Kornett von der amerikanischen Anschutz-Gruppe, die die Halle errichten will. Verbunden damit ist der Bau eines kompletten neuen Stadtquartiers, das in den nächsten 15 bis 20 Jahren entstehen soll.

Anschutz sucht jetzt Interessenten für einen Namenspartner der Arena, der dafür einen erheblichen Betrag aufbringen muss. Dies ist ein wesentlicher Teil des gesamten Finanzierungskonzepts. So werden inzwischen fast alle neuen Hallen und Stadien gebaut.

Die Halle für 16 000 Zuschauer soll etwa 150 Millionen Euro kosten, weitere 20 Millionen Euro sind in der ersten Baustufe für Straßen und den Leitungsbau vorgesehen. „Bisher haben wir jede Hürde übersprungen“, sagte Kornett, und deshalb sei er überzeugt, dass die Arbeiten im Herbst beginnen können. Ursprünglich sollten sie längst in Gang sein. „Wir mussten aber viel Überzeugungsarbeit leisten - nach innen und nach außen“, begründete Kornett die Verzögerung des Mammutprojekts. So habe man mehr Zeit gebraucht als zunächst erwartet, doch sei man immer noch schneller gewesen, als Kritiker zu Beginn der verbindlichen Planungen 2001 befürchtet hätten.

Kornett lobte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und der Senatsstadtentwicklungsverwaltung. Das Baurecht für die Halle wird für Herbst erwartet, und auch das Korsett für das geplante neue Stadtquartier ist fast fertig. Es legt nur die Baumasse fest und lässt so Freiräume für die künftige Entwicklung, die sich jeweils der Nachfrage anpassen kann. So lasse sich das Gelände mit einer Geschossfläche, die doppelt so groß ist wie das DaimlerChrsysler-Areal am Potsdamer Platz optimal vermarkten, ist Kornett überzeugt.

Im Umfeld der Halle sollen Unterhaltungseinrichtungen, Läden, Büros und Wohnungen sowie Erholungsflächen entstehen. Den Wettbewerb für die Gestaltung des Streifens zwischen der East Side Gallery und der Spree hat jetzt das Büro Häfner/Jimenez gewonnen. Es sieht zwischen dem Kontrollweg der ehemaligen Grenzanlage und einer Uferpromenade nur eine Rasenfläche vor.

Erforderlich dafür sind drei Durchbrüche in den Mauerresten. Hier gebe es noch keine Lösung, sagte Baustadtrat Franz Schulz (Grüne).

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