Antisemitismus : Bezirksamt verurteilt Anschlag auf jüdische Kita

Nach dem Brandanschlag auf eine jüdische Kindertagesstätte in Berlin-Charlottenburg sucht die Polizei Zeugen, denn von den Tätern fehlt jede Spur. Jugendstadtrat Neumann rief indes die Bürger zu mehr Zivilcourage auf.

Berlin - Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat den Anschlag auf eine jüdische Kindertagesstätte verurteilt. Er sei ein Angriff gegen ein friedliches, demokratisches Miteinander unterschiedlicher Religionen und Kulturen und richte sich gegen die ganze Gesellschaft, sagte Jugendstadtrat Reinhard Naumann (SPD). Er appellierte an die Bürger, dem Antisemitismus im Alltag mit persönlicher Courage und aller Entschiedenheit entgegenzutreten.

Durch ein eingeschlagenes Fenster der Kita am Spandauer Damm war am Sonntag eine Leuchtfackel in einen Raum geschleudert worden, die jedoch erlosch, ohne größeren Schaden anzurichten. Menschenleben waren nicht in Gefahr, da sich zum Zeitpunkt des Anschlags niemand in dem Gebäude aufhielt. Außerdem wurde die Kita mit antisemitischen Schmierereien verunstaltet. Von den Tätern fehlt weiter jede Spur. Die Polizei sucht Zeugen der Tat, wie ein Sprecher sagte. Sie könnten sich an jede Polizeidienststelle wenden.

Auch in einer nahe gelegenen, offen zugänglichen Galerie im Ruhwaldpark entdeckte die Polizei am Sonntag Hakenkreuzschmierereien, als sie die Umgebung der Kita absuchte. Ob ein Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Kindereinrichtung besteht, werde geprüft, sagte der Polizeisprecher. Der polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt (LKA) ermittelt in beiden Fällen. (tso/ddp)

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