Berlin : Antrag 125/I/03

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VON TAG ZU TAG

Ulrich ZawatkaGerlach über

neue Männer für die Berliner SPD

Diese geringschätzigen Blicke, dieses gleichgültige Achselzucken. Wir hätten es wissen müssen: Die hauptstädtischen Sozialdemokratinnen sind mit ihren Männern gar nicht zufrieden. Im Laufe der Jahre haben sie gerade einmal das Kaffee kochen gelernt. Peter Strieder weiß, wie man Hemden bügelt und Klaus Wowereit kann prima kochen. In den Abteilungsversammlungen wird Gender Mainstreaming gepaukt. Aber das soll schon alles gewesen sein?

Oh nein, jetzt geht es den SPD-Männern so richtig an den Kragen. Die Landeskonferenz der Sozialdemokratischen Frauen wird auf dem Landesparteitag am Sonnabend den Antrag 125/I/03 einbringen. Darin werden gleichstellungspolitische Taten gefordert, die ausreichende Ressourcen und die Einbeziehung von ExpertInnen zur Entwicklung und Implementierung einer Organisations- und Personalentwicklung mit konkreten Ziel- und Zeitvorgaben zur Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung voraussetzen. Eine Kampagne zur Aktivierung von Frauen wird angedroht. Die Antragskommission des SPD-Landesvorstands hat sich schon einschüchtern lassen. Sie empfiehlt dem Parteitag Zustimmung.

Und das ist nur der Anfang. Die Landesfrauenkonferenz der Sozis will jetzt eine „politische Diskussion zu einem modernen Männerbild“ für die Berliner SPD anzetteln. Wo wo soll das hinführen! Wir sehen sie schon geduckt und verschüchtert umherlaufen, die SPD-Männchen, auf dem Parteitag unter dem Funkturm. Wollt ihr wirklich nur noch hühnerbrüstige, gedemütigte Grischbals um euch haben, die man beim Fingahackln fertig machen kann, wie der gestandene Bayer höhnen würde? Wollt ihr eine Petra StriederIn als Landesvorsitzende(n)? Ihr Frauen von der SPD, überlegt es euch gut. (Seite 10)

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