Berlin : Anwälte, Projektentwickler und Unternehmensberater

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Politiker kommen und gehen. Aber wo bleiben sie? Viele Senatoren sind in den letzten Jahren in die private Wirtschaft gewechselt oder haben sich selbstständig gemacht. Einige blieben, über ein Parlamentsmandat, mit der Politik verbunden. Besonders beliebt ist der Beruf des Rechtsanwalts: Der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU), ExWirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) und die ehemalige Justizsenatorin Lore-Marie Peschel-Gutzeit (SPD) kümmern sich inzwischen um das gute Recht anderer Leute.

Der ehemalige Berliner Regierunschef Walter Momper (SPD) wechselte schon 1992 in die Immobilienbranche. Erst bei der Firma Ellinghaus, dann als selbstständiger Projektentwickler. Diesen Beruf übt Momper immer noch aus; gleichzeitig ist er Präsident des Abgeordnetenhauses.

Manchmal hilft es auch, Parteifreunde zu kennen, die längst in der privaten Wirtschaft Fuß gefasst haben. So ging die Ex-Finanzsenatorin und Abgeordnete Annette Fugmann-Heesing (SPD) 2002 zur Unternehmensberatung BBD, die vom früheren Regierenden Bürgermeister Dietrich Stobbe (SPD) 1997 gegründet wurde.

Auch der ehemalige Finanzsenator Peter Kurth (CDU) ist noch Mitglied des Parlaments, aber im Hauptberuf kümmert er sich als Vorstandsmitglied des Entsorgungs- und Recyclingunternehmens Alba um das Auslandsgeschäft in Mittel- und Osteuropa. Kurths Parteifreund Frank Steffel (CDU), der die Union 2001 in den Berliner Wahlkampf führte und zeitweilig Fraktionschef war, konzentriert sich wieder mehr auf den Verkauf von Teppichböden in seinem mittelständischen Betrieb mit Sitz in Reinickendorf.

Bis 1989 war der FDP-Bundestagsabgeordnete Günter Rexrodt (FDP) Finanzsenator in Berlin. Dann wechselte er an die Spitze der Citibank in New York und Frankfurt/Main, anschließend in den Vorstand der Treuhandanstalt. Außerdem ist Rexrodt für diverse Beratungsunternehmen tätig. za

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