Berlin : Anwohner in Friedrichshain befürchten Gefahr durch Lastverkehr für eine Kita

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Anwohner laufen Sturm gegen Pläne der Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain (WBF), an der Koppenstraße 61 ein 15-geschossiges Seniorenwohnhaus zu bauen. Bis zur Fertigstellung im Sommer 2001 wird die Grünfläche zwischen den Wohnblocks Baustelle sein. "Wir sind erst im September informiert worden, das ist unverschämt", sagt Mieterin Helga Hauck.

WBF-Prokurist Bernd Kosanke hält dagegen, dass das Bauvorhaben, in das die WBF 12,7 Millionen Mark stecken will, bereits 1995 vorgestellt wurde und seitdem auch in mehreren Bezirksverordnetenversammlungen Thema war. Jahrelang habe es wegen fehlender Fördermittel nicht verwirklicht werden können. Überraschend sei in diesem Frühjahr dann doch eine Förderung zugesagt worden, mit der Auflage, innerhalb eines halben Jahres mit dem Bau zu beginnen.

Dass im Bezirk ein Bedarf für mehr Seniorenwohnungen besteht, bestätigt Inge Dewitt von der Abteilung Soziales und Gesundheit im Bezirksamt: "Uns liegen 350 Anträge vor." Helga Hauck ist dennoch auf die WBF nicht gut zu sprechen. Der achteckige Neubau soll direkt an die Westseite ihres Wohnblocks angebaut werden. "Da steht unser Balkon, den sollen wir verlieren". Das Wohnzimmerfenster wird nach WBF-Plänen zugemauert und mit dem Balkon auf die Südseite umgesetzt. Für die Rentnerin aus dem 4. Stock ist das keine Lösung: "Dort stehen viele Bäume, dann fällt gar kein Licht mehr ins Zimmer." Zudem werde nach dem Umbau ihre nach Maß gekaufte Wohnzimmereinrichtung nicht mehr passen. Hauck: "Die haben mir 5000 Mark angeboten, doch ich gebe meine Zustimmung nicht."

Empört sind auch die Eltern der Kita-Kinder in der Andreasstraße 37. "Die Lkws werden direkt am Garten der Kita vorbeifahren, in einem Abstand von höchstens zwanzig Metern vor dem Raum, in dem unsere Kinder mittags schlafen", sagt eine Mutter. Sie fordert den Bau eines Bretterzaunes, um Abgase und Staub fern zu halten. WBF-Vertreter Kosanke hat dafür Bereitschaft signalisiert, "auch wenn ich skeptisch bin, dass das den Lärm mindern wird."

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