Berlin : Anwohner wollen Hasenheide-Dealern Beine machen Präsenz soll Drogenhändlern

das Parkvergnügen verleiden

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Seit Jahren ist die Hasenheide fest in den Händen von Drogenhändlern, jetzt will eine Bürgerinitiative zusammen mit der Polizei dem Dealen ein Ende bereiten.

Vor mehreren Monaten startete deshalb die Kiez-Arbeitsgemeinschaft (AG) Schillerpromenade ihre Putzaktionen im Volkspark. Dabei durchkämmten Mitglieder der AG das Unterholz nach Müll, nahmen Reparaturen vor und sammelten auch Spritzen und kleinere Mengen Haschisch ein. Begleitet wurden sie von Polizeibeamten, die auch Sondermüllbehälter mitbrachten.

Mittlerweile gewinnen die Aktionen an Breitenwirkung. So wollen angrenzende Schulen ihre Drogenaufklärung in den Park verlegen. Eine Kreuzberger Frauengruppe plant zudem regelmäßige Partys in der Hasenheide, der Sportverein TiB einen großen „Hasenheidelauf“ im September. „Alles wurde generalstabsmäßig vorbereitet“, sagt Ilse Wolter vom Quartiersmanagement Schillerpromenade, die damals zwischen Behörden, Initiative und Schulen vermittelte. „Jetzt ist es ein Selbstläufer.“ Das Ziel der verschiedenen Initiativen sei die Rückeroberung der Hasenheide als Erholungsgebiet.

Trotz der anfänglichen Skepsis sei der Drogenhandel tatsächlich etwas zurückgegangen, sagt Daniela Brokate von der Kiez-AG. „Aber Putzaktionen allein reichen noch lange nicht, man muss die Politiker zu mehr Engagement verpflichten". Zwar wurden die Dealer durch die mehrstündigen Arbeitseinsätze eine Zeit lang vertrieben, am nächsten Tag standen sie jedoch wieder am gleichen Ort. Deshalb könne man nur längerfristig mit dieser Strategie Erfolg haben, glaubt Brokate. Es sei wichtig, dass noch mehr Vereine und Initiativen eingebunden werden. Die Polizei will überdies in den nächsten Wochen ein eigenes Konzept umsetzen. Was geplant sei, dürfe er jedoch noch nicht verraten, sagt Andreas Rettschlag, Leiter des zuständigen Abschnitts. „Sonst würden die Maßnahmen verpuffen, bevor sie greifen.“

Wie Brokate glaubt Rettschlag nicht an einen schnellen Erfolg: „Wenn wir Drogenhändler aufgreifen, dann meist nur mit Kleinstmengen, was aber zu keinem Gerichtsprozess führt.“ Die Depots der Dealer, die zumeist mit Haschisch handeln, seien irgendwo im Park versteckt. Um diese Verstecke aufzufinden und zu zerstören, sollen jetzt auch Spürhunde eingesetzt werden. „So kann man den Leuten das Geschäft versauen, bis sie irgendwann dort aufgeben“, sagt Rettschlag. Henning Kraudzun

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