Berlin : Anzeichen für Rückzug von Ratzmann

Sabine Beikler

Eine sehr kurzfristig angesetzte Pressekonferenz für heute Vormittag schürte gestern Abend die Spekulationen, dass Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann auf seine Kandidatur als Grünen-Parteivorsitzender verzichten will. Der 48-Jährige wolle „eine Erklärung zu seiner Kandidatur als Bundesvorsitzender abgeben“, heißt es in der Einladung zur Pressekonferenz. Eine offizielle Stellungnahme gab es gestern Abend nicht. Allerdings hieß es in Kreisen der Bundespartei, dass ein Verzicht auf eine Kandidatur „keine Überraschung“ wäre. Berliner Parteifreunden blieb der Grünen–Fraktionschef eine Erklärung schuldig: Volker Ratzmann erschien am Abend nicht auf einer Sitzung des erweiterten Landesvorstands.

Mitte Juni hatte der Jurist seine Kandidatur nach wochenlangen Spekulationen angekündigt. Er sei aus vielen Bundesländern dazu aufgefordert worden, sagte er damals. Es zeichnete sich eine Kampfkandidatur auf dem Bundesparteitag im November zwischen dem 42-jährigen grünen Europolitiker Cem Özdemir und Volker Ratzmann um die Nachfolge des scheidenden Bundesvorsitzenden Reinhard Bütikofer ab.

Dass das parteiinterne Rennen um den Parteivorsitz nicht einfach werden würde, musste Ratzmann klar gewesen sein: So bekannt wie Özdemir ist er nicht, und starke grüne Landesverbände wie Baden-Württemberg hatten bereits ihre Unterstützung für Özdemir signalisiert. Unterstützt wurde Ratzmann von der Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, die sich gestern zu einem Rückzug Ratzmanns ebenfalls nicht äußern wollte. Sabine Beikler

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar