Berlin : Arabischen Eltern die Hand reichen

Neues Projekt zur Gewaltprävention in Neukölln geplant

Annette Kögel

In der Stadt gibt es eine neue Initiative zur Prävention von Gewalt und Kriminalität: Der auf den Umgang mit schwierigen Kindern und kriminellen Jugendlichen spezialisierte Träger „EJF Lazarus Gesellschaft“ plant ein übergreifendes Projekt „für die arabischstämmige Community in Berlin“, sagt Pressesprecher Heiko Krebs. Das Präventionsprojekt in Kooperation mit allen großen arabischen Vereinen sowie dem Jugendamt soll in Neukölln beheimatet sein, aber auf andere Brennpunktkieze ausgedehnt werden.

„Uns ist bei den Projekten zur Vermeidung von Untersuchungshaft aufgefallen, dass wir es hauptsächlich mit Jugendlichen zu tun haben, deren Eltern einst als Kriegsflüchtlinge aus dem Libanon, Palästina oder als Mitglied der kurdischen Minderheit hierhergekommen sind“, sagt EJF-Projektleiter Michael Piekara. Wenn die Mittel sicher seien, könnte man mit vier bis sechs Mitarbeitern im nächsten Jahr starten.

Die Pädagogen sollen je zur Hälfte deutscher und arabischer Herkunft sein. Gemeinsam etwa mit der Palästinensischen Gemeinde zu Berlin und der Deutsch-Arabischen Unabhängigen Gemeinde will man Bildungs- und Freizeitangebote für junge Oberschüler, aber auch Unterstützung für Schulabgänger beim Einstieg in den Beruf anbieten. Zudem will EJF-Lazarus dank der Muttersprachler auch auf die Eltern einwirken. Darüberhinaus sollen Pädagogen speziell weitergebildet werden.

Unterdessen engagiert sich das Jugendamt Neukölln stark bei der Prävention von Jugendkriminalität. Gemeinsam mit freien Trägern der Jugendhilfe knüpft man Kontakte auch zu arabischen Eltern bespielsweise über pädagogische Projekte auf Spielplätzen. Annette Kögel

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar