Berlin : Arbeiter bei zwei Unfällen am Hauptbahnhof verletzt

Kranladung hatte Arbeitsbühne gestreift und zum Einsturz gebracht Mann stürzte von Leiter - „Sicherheitsvorkehrungen eingehalten“

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Bei zwei nahezu zeitgleichen Arbeitsunfällen auf der Baustelle des Hauptbahnhofs wurden gestern Nachmittag drei Männer verletzt. Gegen 15 Uhr hatte ein Kran mit seiner tonnenschweren Ladung eine Arbeitsbühne gestreift, die außen an dem Rohbau des Bürohauses angebracht war. Die bewegliche Bühne klappte dabei in sich zusammen, zwei Arbeiter stürzten aus etwa 15 Metern in die Tiefe. Die Ladung am Kranhaken – es handelte sich um dünne Stahlstangen – fiel hinterher. „Die Arbeiter hatten Riesenglück, dass sie von den fingerdicken Eisenstangen nicht durchbohrt wurden“, sagte ein Feuerwehrsprecher, „das Paket war tonnenschwer.“ Die Männer wurden mit Arm und Beinverletzungen sowie Schürfwunden von Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht.

Wenig später fiel ein Arbeiter auf der Baustelle von der Leiter und stürzte eine Etage tiefer. Auch er wurde bei dem Unfall nicht lebensgefährlich verletzt. Eine Bahnsprecherin betonte, dass auf der Baustelle „alle Sicherheitsvorkehrungen eingehalten“ worden seien. Der Kran sollte so genannte Eisenbewehrung – Stangen, die zur Verstärkung in den Beton eingegossen werden – in den nordwestlichen Bügelbau heben. Weshalb die Kranladung gegen die Arbeitsbühne stoßen und diese in der Mitte durchbrechen konnte, sagte die Sprecherin nicht. Die Polizei und das Landesamt für Arbeitsschutz haben die Ermittlungen zu den Unfällen übernommen.

Die Bahn baut derzeit nördlich und südlich des Hauptbahnhofs die so genannten Bügelbauten, die später die Stadtbahntrasse überspannen und im Inneren Büros beherbergen werden. Damit der Zugverkehr nicht behindert oder gefährdet wird, entstehen die Bauten vertikal. Die „Bügel“ sollen an zwei Wochenenden Ende Juli und Mitte August heruntergeklappt werden. Die Stadtbahn wird dann für jeweils mehrere Tage voll gesperrt.

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