Berlin : Arbeitsamt Steglitz: "Tour de Job" von der Waterkant bis zum Alpenrand

Thomas Neubacher

Auf die Forderung von Politikern und Arbeitgeberverbänden nach mehr Mobilität von Arbeitslosen hat das Arbeitsamt Südwest jetzt mit einer überregionalen Vermittlung reagiert. Mitte der 80er Jahre begann die "Fachvermittlung für Hotel- und Gaststättenpersonal" beim Arbeitsamt Steglitz, arbeitssuchende Fachpersonal in das Berchtesgadener Land zu verschicken. Seitdem findet dort jährlich eine "Job-Börse" statt, bei der sich die Hoteliers zu Beginn der Saison direkt mit Personal aus Berlin eindecken. Dieses Jahr geht es vom 14. bis zum 17. Mai per Bus auf die "Tour de Job" nach Südbayern.

Die hohen Vermittlungsquoten der letzten Jahre von rund 90 Prozent der mitgereisten Arbeitskräfte brachten das Arbeitsamt Steglitz dazu, die Aktion auszuweiten und erstmals Saisonkräfte auch an die Strände zwischen Timmendorf und Fehmarn zu vermitteln. Anfang April tourte der Job-Bus des Arbeitsamtes die Ostseeküste entlang. Von den 75 Mitgereisten fanden 66 sofort eine neue Stelle in der Fremde, weitere 8 folgten nach.

"Wir müssen etwas unternehmen", sagt Anneliese Rohwerder, Abschnittsleiterin für den Bereich der Hotel- und Gaststättenberufe beim Arbeitsamt Steglitz. "In Berlin sind laufend rund 14 800 Küchen- und Servicekräfte arbeitslos gemeldet. Aus Brandenburg kommen noch etwa 12 600 hinzu. Das Gastgewerbe der Region bietet über die Arbeitsämter nur rund 550 offene Stellen an.

In den touristischen Hochburgen dagegen suchen Arbeitgeber händeringend nach Personal. Die Vermittlungserfolge rechtfertigen aus Sicht der Arbeitsämter den hohen Aufwand für die überregionalen Job-Börsen. Michaela Kroner und ihre Kolleginnen haben von der Küchenhilfe bis zum Hotelfachmann aus mehr als 3000 Bewerbungen geeignete Kandidaten für die Job-Tour gesucht. 785 Zimmermädchen, Jungköche und andere Fachkräfte wurden zu Info-Veranstaltungen eingeladen. 55 fahren jetzt nach Berchtesgaden. Die Kosten der Ostseefahrt betrugen 70 00 Mark. Berchtesgaden wird ähnlich teuer. Insgesamt habe das Arbeitsamt durch die Ostsee-Tour aber auch rund 400 000 Mark an Arbeitslosen-Unterstützung gespart, relativiert Anneliese Rohwerder.

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