Berlin : Arbeitsamt zahlt für saubere Parks - Stadtrat findet "Green Cops" weniger effektiv

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Der meiste Abfall landet auch in den Wilmersdorfer Grünanlagen nicht in den Papierkörben, sondern auf den Wiesen. Rund 120 Müllsäcke füllten herumliegende Flaschen, Essensreste und andere Überbleibsel vom Wochenende gestern allein im Volkspark westlich der Bundesallee. Doch trotz der Achtlosigkeit einiger Erholungssuchender hatte Bau- und Umweltstadtrat Alexander Straßmeir (CDU) eine gute Nachricht parat: Den 18 Mitarbeitern des Naturschutz- und Grünflächenamts stehen in diesem Jahr erstmals 45 ABM-Kräfte zur Seite, die sich speziell um die Abfallbeseitung kümmern.

"Eine Privatfirma könnten wir nie beauftragen", betonte Straßmeir. In diesem Fall zahle aber das Arbeitsamt die Löhne in Höhe von je 2400 Mark. Ähnliche ABM-Projekte in anderen Bezirken sind dem Stadtrat nicht bekannt. Von den andernorts eingesetzten "Green Cops", die Umweltsünder ermahnen sollen, hält er wenig. "Das hat sich nicht bewährt, weil die Leute keine Ordnungsbefugnisse haben." Wirksam sei nur der Einsatz von Polizisten oder hauptamtlichen Parkwächtern, die Bußgelder verhängen können.

Für die Reinigung aller Wilmersdorfer Parks brauchen die ABM-Kräfte nach einem sonnigen Wochenende, an dem es viele Besucher dorthin zieht, fünf Tage. Insgesamt wurden im Vorjahr 215 Tonnen Abfall in den Grünanlagen gesammelt. Um Gebühren zu sparen, lässt das Bezirk den Müll nicht abholen, vielmehr liefern Mitarbeiter die Säcke bei der BSR ab. Auch dafür muss man jährlich immerhin 40.000 Mark an die Stadtreinigung zahlen.

Dass es auch umweltbewusste Erholungssuchende gibt, zeigen Plakate, die jemand im Volkspark angebracht hat: "Vermüllen der Wiese ist voll cool, ey", heißt es ironisch. Dann könne man gleich am nächsten Tag in der "eigenen Sch..." sitzen. Durch die ABM-Kräfte wird die Anlage nun schneller wieder sauber. Gebessert hat sich auch die Situation im Preußenpark nahe dem Fehrbelliner Platz, wie ein Brief einiger Anwohner und Besucher ans Bezirksamt belegt.

Das ABM-Projekt ist bis November befristet, vielleicht stellt der Bezirk für das kommende Jahr aber einen neuen Antrag. Und wie beurteilen die eingesetzten Ex-Arbeitslosen den Umgang der Parkbesucher mit der Natur? Georg Grahlmann, einer von ihnen, brachte es gestern im Volkspark auf den Punkt: "Das ist eine Sauerei."

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