Arbeitskampf : Gebäudereiniger wollen Kanzleramt bestreiken

Die Gebäudereiniger wollen heute bundesweit mit Warnstreiks beginnen. Während sich die Gewerkschaft IG Bau auf den für kommende Woche angekündigten Ausstand vorbereitet, rechnen sich die Arbeitgeber der Putzbranche aus, wo sie der Streik treffen könnte – und wo die Gewerkschaft keine Leute wird mobilisieren können.

Hannes Heine

Fast 97 Prozent der Reinigungskräfte in der Gewerkschaft IG Bau stimmten für den Arbeitskampf. Die Firmen der Branche weisen aber daraufhin, dass nur rund 60.000 der mehr als 450.000 Putzfrauen und Putzmänner überhaupt gewerkschaftlich organisiert sind.

Dennoch, gerade in Berlin ist in einigen Bereichen die Hälfte der Belegschaft der Gewerkschaft beigetreten. Zwar putzt etwa im prestigeträchtigen Uniklinikum Charité ein eigener Dienst des Krankenhauses, die Reinigungskräfte dort unterstehen also den Tarifregeln der Klinik und können nicht streiken. „Aber schon beim Bundeskanzleramt sind wir gut organisiert und können los legen“, sagt ein Gewerkschafter. Das Machtzentrum wird wie viele andere öffentliche Gebäude im Regierungsviertel von großen Privatfirmen gereinigt, die dem Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks angehören, eben jenem Arbeitgeberverein den die Gewerkschaft durch Streiks zum Einlenken zwingen will.

Bis jetzt bietet der Bundesinnungsverband rund drei Prozent mehr Lohn. Die IG Bau fordert 8,7 Prozent und 20 Jahre nach der Wiedervereinigung eine Angleichung der niedrigeren Gehälter im Osten an das Westniveau.

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