Berlin : Arbeitslosengeld: Alles versucht und doch nichts gefunden

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Das Arbeitsamt kann viele Anstrengungen unternehmen, jemanden in Arbeit zu bringen, bei manchen Menschen ist es aber über viele, viele Jahre erfolglos. Selbst wenn diese bereit sind, in Berufen weit unter ihrer Qualifikation zu arbeiten, und sie sich nicht etwa vor der Arbeit drücken. Ein solcher Fall ist Harald K. aus Schöneberg, 53 Jahre alt.

1974 meldete sich der gelernte Verkäufer zum ersten Mal arbeitslos. Aufgrund einer Krise im privaten Bereich, die sich bei seiner Arbeit niederschlug, hatte er seine Stelle in leitender Funktion verloren. Eine reguläre Arbeit fand er seitdem nie wieder. Sowohl die Bemühungen des Arbeitsamtes als auch seine eigenen schlugen fehl. Die einzigen Beschäftigungsverhältnisse, die er hatte, waren in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), die von den Arbeitsämtern finanziert werden. Seine erste ABM-Stelle bekam er nach drei Jahren; da war er bei einem Bezirksamt beschäftigt. Bei seiner dritten Stelle Anfang der 90er Jahre war er für ein Jahr als Straßenfeger tätig. Seine letzte AB-Maßnahme lief im vergangenen Winter aus. Zwischendrin gab es Trainingsmaßnahmen, die am Ende aber auch nicht zu einer festen Beschäftigung führten. Zudem war Harald K. immer wieder über längere Zeiträume krank. Dazu kam mit 38 Jahren ein schwerer Unfall, so dass er über Monate hinweg arbeitsunfähig war.

Immer wieder gab es Überlegungen, auf einen anderen Beruf umzuschulen. Realisiert wurden sie nie. Es stand auch mal im Raum, sich selbstständig zu machen. Diese Pläne zerschlugen sich ebenfalls. Zuletzt war im Gespräch, ihn für eine Arbeit im Call Center zu qualifizieren. Aber das traute sich K. wegen seines Alters, inzwischen hatte er die Fünfzig überschritten, und seiner fehlenden EDV-Kenntnisse nicht mehr zu.

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