Berlin : Arbeitslosigkeit: Nach dem Ausbildungsende entlassen

skk

"Es wird sehr schwer werden", sagt Maik Sercander. Ende Juni hat der 20-jährige Jugendliche aus Britz seine Ausbidlung als Fachkraft im Gastgewerbe abgeschlossen. Seither ist er arbeitlos. Bewerbungen hat er zwar geschrieben, etwa zehn Stück. Doch das Echo war mager. Nur einmal konnte sich der junge Mann vorstellen. Diesen Job aber lehnte er gleich von sich aus ab, weil ihm das Ambiente überhaupt nicht zusagte. Das sei trotz allem besser so, betont er. "Denn was nützt es mir und dem Arbeitgeber, wenn mir eine Stelle überhaupt nicht zusagt? Schließlich erwartet man in meinem Beruf, dass ich eine gute Ausstrahlung auf die Gäste habe."

Maik Sercander ist einer von derzeit 34 400 Arbeitslosen unter 25 Jahren. Das Risiko war ihm schon zu Beginn seiner Ausbildung klar. Als er vor zweieinhalb Jahren seine Ausbildung im Hotel Kurfürstendamm begann, wusste er bereits, dass er nach bestandener Abschlussprüfung hier nicht würde bleiben können. Aber was hätte er tun sollen?, fragt Maik Sercander. Eine Alternative hatte er nicht. "Meine Familie hatte nicht die nötigen Beziehungen." Den Platz im Hotel Kurfürstendamm kriegte er erst, als er das Arbeitsamt um Hilfe anging.

Deprimiert? Frustriert? Nein, das sei er nicht, erklärt Maik Sercander. Er ist ja erst seit einem Monat arbeitslos - "eigentlich wäre das genug, ich möchte am liebsten gleich irgendwo anfangen" -, zudem hat er noch ein paar heiße Eisen im Feuer. Morgen stellt er sich in einem zweiten Hotel vor, übrigens wieder dank Vermittlung des Arbeitamtes, und er weiß, dass es ihm dort gefallen würde. In der Hinterhand hat er weiter einen Betrieb, den er bereits von einem Praktikum her kennt.

"Gut, andere werden auch anstehen." Maik Sercander macht sich nichts vor. Trotzdem gibt er sich optimistisch. Immerhin ist er überzeugt davon, dass er etwas kann. Und immerhin arbeitet er in seinem Beruf sehr gerne. "Ich schätze die Atmosphäre im Hotel, arbeite sehr gerne mit Leuten." Und wenn doch alle Stricke reißen sollten? Für einen kurzen Moment verliert der junge Mann seine Zuversicht und wird nachdenklich. "Ja, dann ist es wohl ein Fehler gewesen, dass ich die erste Stelle abgelehnt habe."

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