Berlin : Arbeitslosigkeit unter Türken: Fortbildung ist wenig gefragt

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Nach Angaben des Landesarbeitsamtes Berlin-Brandenburg waren Ende 1999 von den 130 000 türkischen Staatsbürgern 30 000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dazu kamen fast 20 400 arbeitslos gemeldete türkische Staatsbürger. Deshalb geht das Landesarbeitsamt insgesamt von 50 000 türkischen Berlinern im erwerbsfähigen Alter aus. Das bedeutet eine Arbeitslosenquote von 42 Prozent. Vor allem unter den ungelernten Arbeitskräften ist die Quote sehr hoch. Etwa 90 Prozent der 20 400 arbeitslos gemeldeten Türken ohne deutschen Pass haben keine abgeschlossene Berufsausbildung, 67 Prozent besitzen nicht einmal einen Hauptschulabschluss. Nach Auskunft des Landesarbeitsamtes ist der Anteil der Frauen unter den ungelernten Kräften höher als bei den Männern. 46 Prozent der arbeitslos gemeldeten Türken sind jünger als 35 Jahre. Umgekehrt gibt es nicht gerade einen Andrang bei Fortbildungsangeboten. Nur fünf Prozent der arbeitslosen Türken nehmen solche Angebote des Arbeitsamtes wahr. Auch mit der durchschnittlichen Dauer der Arbeitslosigkeit stehen die Türken mit 15,3 Monaten an der Spitze der Langzeitarbeitslosen. Auch bei anderen ethnischen Minderheiten ist die Arbeitslosen-Quote relativ hoch. Bei Italienern beträgt sie 29 Prozent, bei Griechen 33 Prozent, bei den Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien 33 Prozent. Im vergangenen Februar gab es in Berlin 276 242 Arbeitslose (einschließlich der ausländischen). Damit beträgt die Arbeitslosenquote in Berlin 16,5 Prozent. Der Anteil der ungelernten Kräfte unter ihnen beträgt 44,1 Prozent.

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