Berlin : Arbeitsmarkt: Arbeitsamt erwartet Interesse an Kombi-Lohn

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Das Landesarbeitsamt Berlin-Brandenburg hat bereits erste Erfahrungen mit dem so genannten Kombilohn nach dem Mainzer Modell machen können. In Berlin ist das Modell als arbeitsmarktpolitisches Instrument bisher zwar nicht zum Einsatz gekommen, jedoch in Brandenburg in den Arbeitsamtsbezirken Eberswalde und Neuruppin. Dort werden Jobs im Niedriglohnbereich durch Zuschüsse bei den Sozialversicherungsbeiträgen und Kindergeld für die Arbeitnehmer seit 2000 gefördert. 80 Prozent der Zuschüsse zahlt der Bund, 20 Prozent muss das Land dazugeben. Die Förderdauer beträgt 36 Monate. Die Zahl dieser Beschäftigungsverhältnisse ist nicht hoch. Der Sprecher des Landesarbeitsamtes, Klaus Pohl, beziffert sie auf 121. Nach den bisherigen Erfahrungen war bei den Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger das Interesse an dieser Förderung durchaus vorhanden; dagegen hätten sich die Arbeitgeber reserviert gezeigt. Überwiegend Frauen profitierten bisher von dieser Förderung.

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Pohl geht davon aus, dass es bei einer bundesweiten Einführung des Kombilohnes in einem Ballungsraum wie Berlin durchaus mehr Interesse an einer solchen Förderung geben könne als in Brandenburg. Branchen, in denen niedrige Löhne gezahlt werden und in denen der Kombilohn zum Einsatz kommen kann, sind beispielsweise das Reinigungsgewerbe, das Hotel- und Gaststättengewerbe oder der Handel. Nach Auffassung des Landesarbeitsamtes kann dieses Instrument bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit aber "nur ein Baustein unter vielen" sein.

Bei der ebenfalls geforderten engeren Verzahnung von Arbeits- und Sozialämtern gibt es in Berlin schon seit einiger Zeit Modellversuche. In Treptow-Köpenick beispielsweise wird das so genannte Kölner Modell angewandt. Hier arbeiten die beiden Ämter seit Oktober 2000 eng zusammen, um Sozialhilfeempfänger durch gezielte Betreuung und Förderprogramme sofort in Arbeit zu bringen. Innerhalb eines Jahres konnten so 600 Sozialhilfeempfänger unter 25 Jahren vermittelt werden, doppelt so viele wie vorher.

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