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Arbeitsniederlegung : Auch am Flughafen Tegel wurde gestreikt

Streik auf der Schiene, Arbeitsniederlegung am Flughafen: Das Bodenpersonal hat am Freitag überraschend die Arbeit an den Check-In-Schaltern des Flughafens Tegel niedergelegt.

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Das Bodenpersonal am Flughafen Tegel ist am Freitag in einen Warnstreik getreten. Zum ersten Mal hatten 16 Mitarbeiter der Firma GlobeGround ihre Arbeit an Check-In-Schaltern zwischen 6.30 und 8.30 Uhr niedergelegt, bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens. Daraufhin wurde Ersatzpersonal anderer Firmen einbestellt. Man konnte den Betrieb weitestgehend störungsfrei aufrecht erhalten, es kam jedoch zu drei Abflug-Verzögerungen. Laut Flughafensprecher Kunkel habe der erste Warnstreik keine Auswirkungen auf den Flugbetrieb gehabt.

Ab 12 Uhr streikten 40 Mitarbeiter dann zum zweiten Mal, sagte ein Verdi-Sprecher gegenüber dem Tagesspiegel. Etwa 90 Prozent der Angestellten hätten sich an dem Ausstand beteiligt. Bis 14.30 Uhr wurde die Arbeit an Check-In-Schaltern der Fluglinien Lufthansa und British Airways niedergelegt.

Hintergrund der Arbeitsniederlegung ist der Streit mit einer Tochterfirma. Die streikenden Mitarbeiter gehören zur GlobeGround-Tochtergesellschaft Aviation Passage Service Berlin (APSB), deren Verträge zum 4. November gekündigt wurden. Rund 220 Mitarbeiter verlieren damit ihre Jobs. Die Streikenden fordern einen Sozialtarifvertrag, die Sicherung ihrer Arbeitsplätze oder "menschenwürdige" Abfindungen. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg blickt mit Sorge auf die schlechter werdenden Arbeitsverhältnisse bei dem Airport-Dienstleister.

Am Freitagmorgen hatte der zwölfstündige Pilotenstreik bei der Lufthansa-Tochter Germanwings geendet. In dem Tarifkonflikt um Vorruhestandsregelungen hatte Germanwings am Donnerstag wegen des Streiks rund 100 Flüge streichen müssen, vor allem im Inland. Betroffen waren nach Angaben der Fluglinie etwa 13.000 Passagiere. In Berlin fielen je 17 Flüge aus. Germanwings erklärte, dass trotz des Streiks etwa 80 Prozent der für Donnerstag vorgesehenen Flugverbindungen absolviert worden seien. An den Flughäfen sei die Situation während des Streiks der Piloten ruhig geblieben. „Dennoch entstand der Airline ein großer wirtschaftlicher Schaden.“

Neben den Flughäfen trifft es Bahnreise zu Ferienbeginn ganz besonders. Die Lokführer der GDL wollen ab diesem Freitagnachmittag erneuten bundesweit streiken. Der Ausstand im Güterverkehr solle um 15 Uhr beginnen, teilte die GDL mit. In der Nacht zum Samstag sollen ab 2 Uhr im Fern- und Regionalverkehr Streiks folgen bis Montag um 4 Uhr. Am Donnerstag erst beendeten die Lokführer ihren letzten Ausstand.

Streik am Flughafen Tegel.
Streik am Flughafen Tegel.Foto: dpa
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