Berlin : Arbeitsunfälle müssen gut registriert werden

Der Arbeitsplatz kann ein gefährlicher Ort sein: Knapp 825 000 Arbeiter und Angestellte haben sich im vergangenen Jahr am Fließband, auf dem Feld und im Büro verletzt. In dieser Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind die Tausenden Unfälle und Verletzungen auf dem Weg von und zur Arbeit noch nicht mitgerechnet.

Diese Riesenlast kann im Kleinen beginnen: Umknicken, Stolpern und Hinfallen sind die häufigsten Unfallursachen, wie die DGUV herausgefunden hat. Damit in der folgenden Behandlung alles nachzuvollziehen ist, sollten die Geschädigten sich an eine Reihenfolge halten, wenn ihnen auch nur ein kleines Missgeschick passiert: „Jede Verletzung und jede Erste-Hilfe-Leistung im Betrieb muss schriftlich festgehalten werden, zum Beispiel in einem Verbandbuch oder in einer Computerdatei“, sagt DGUV-Sprecherin Sanja Zec in Berlin. Die Dokumentation sei wichtig, falls Spätfolgen auftreten. „Die Aufzeichnungen müssen fünf Jahre aufgehoben werden.“ Fehlt diese Dokumentation, kann der Unfallversicherungsträger die Übernahme der Behandlungskosten verweigern. Wenn ein Arbeitsunfall geschehen ist, sollte man zum Arzt gehen – am besten direkt zum Betriebsarzt oder einem sogenannten Durchgangsarzt. „Das sind Ärzte, die eine spezielle Zulassung der Berufsgenossenschaften haben.“ Eine Liste von Durchgangsärzten sollte am Schwarzen Brett in den Unternehmen hängen.

Der Hausarzt wird einen Verletzten zunächst versorgen – stellt sich dann heraus, dass eine Weiterbehandlung notwendig ist, überstellt er den Patienten zu einem Durchgangsarzt. Von diesem Moment an ist für die Heilbehandlung durch die gesetzliche Unfallversicherung gesorgt. „Der Patient hat dann nur noch die Pflicht, die Heilbehandlung nicht zu behindern“, sagt Zec.  Für die Meldung des Unfalls ist der Arbeitgeber zuständig – das gilt auch für Unfälle auf Dienstreisen oder auf dem Weg von und zur Arbeit. Drei Tage hat der Arbeitgeber dafür Zeit – tödliche oder schwere Unfälle sollten sofort gemeldet werden. dpa

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