Berlin : Architekten sehen nur noch 20 Stützen für das Dach vor

Die Verhandlungen über den Umbau des Olympiastadions dürften spätestens in zwei Wochen abgeschlossen sein. "Dann sind wir so weit, um den letzten Strick durchzuschlagen. Ein erster Spatenstich im Mai ist realistisch", sagte Thomas Speck von der Augsburger Walter Bau AG, die mit Sanierung und Renovierung der maroden Arena beauftragt ist. Speck äußerte sich am Dienstag in Berlin bei einer Veranstaltung des Verbandes Deutscher Sportjournalisten an der Führungsakademie des Deutschen Sportbundes.

Das letzte Bundesligaheimspiel von Hertha BSC in dieser Saison steht am 20. Mai gegen Borussia Dortmund auf dem Programm. Die Bauarbeiten im Inneren des Stadions sollen danach drei Jahre in Anspruch nehmen, die Außenarbeiten noch ein Jahr mehr. Zunächst soll das Marathontor abgerissen werden, dann wird auf der Gegentribüne der Unterring abgebrochen.

Im Sommer 2001 sollen die Arbeiten an der Haupttribüne beginnen, außerdem ist für diesen Termin die Absenkung des Spielfeldes um 2,60 Meter geplant. Zum Abschluss werden die beiden Kurvenbereiche erneuert. Trotz des Umbaus sollen bei Hertha-Spielen 55.000 Zuschauer Platz finden.

Eine Forderung der Grünen, das Stadion vorübergehend still zu legen und damit 70 Millionen Mark Baukosten zu sparen, war vor kurzem von der Bauverwaltung und den anderen Parteien abgelehnt worden. Man könne die Hertha-Spiele keinesfalls ins Jahnstadion in Prenzlauer Berg verlegen, weil es dort nur 18 000 Plätze statt der nötigen 50 000 gebe, wurde argumentiert. Schon bei dieser Gelegenheit im Sport-Unterausschuss des Parlaments hatte Bau-Staatssekretär Bielka erklärt, dass der Senat fest mit einem Baubeginn nach dem letzten Bundesligaspiel am 20. Mai rechne.

Die Debatte um die Dachstützen ist nach Bielkas Angaben beendet. Hubert Nienhoff vom Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (GMP) erklärte, statt der ursprünglich 26 Stützen seien nur noch 20 geplant. Außerdem sind 113 Logen vorgesehen.

Offen blieb, wie die Kosten für das 520 Millionen Mark teure Projekt verteilt werden. Bielka machte dazu keine Angaben und betonte lediglich, es werde keine abgespeckte Variante geben, falls Deutschland am 6. Juli nicht die Zusage zur Ausrichtung der WM-Endrunde 2006 erhalten sollte. Anderenfalls werde die Vermarktung zu stark beeinträchtigt.

In der Betreibergesellschaft des Stadions soll das Land Berlin einen Anteil von 25,1 Prozent erhalten, die Walter Bau AG und Hertha BSC sollen zu je 37,45 Prozent an der geplanten GmbH beteiligt sein.

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