Arkaden am Potsdamer Platz : Täter fuhren mit Auto in Juwelierladen

Die Einbrecher nutzten ihren Volvo als Tatwaffe: Damit fuhren sie in der Nacht zu Dienstag durch das Einkaufscenter Potsdamer Platz Arkaden, drückten mit dem Fahrzeug die Gitter vom Juwelierladen „Christ“ ein, stahlen teure Uhren – und verschwanden wieder.

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Am Morgen danach. Arbeiter haben neue Scheiben eingesetzt, von dem spektakulären Einbruch ist nichts mehr zu sehen – nur ein paar leere Vitrinen. Foto: Mike Wolff
Am Morgen danach. Arbeiter haben neue Scheiben eingesetzt, von dem spektakulären Einbruch ist nichts mehr zu sehen – nur ein paar...

Von einem „Blitzeinbruch“ sprach die Polizei am Morgen danach. Der Volvo soll mit mehreren Leuten besetzt gewesen sein, als er gegen 3.45 Uhr direkt in die Einkaufsstraße der Arkaden gefahren war und die Tür des Juwelierladens durchbrochen hatte. Die Unbekannten entnahmen nach ersten Erkenntnissen der Polizei hochwertige Uhren aus den Auslagen. Anschließend flüchteten sie mit ihrer Beute zu Fuß zu einem in der Linkstraße wartenden Wagen und fuhren davon, hieß es bei der Polizei. Der Volvo war am 25. Juni in Schöneberg geraubt worden. Nach ihm hatte die Polizei seit Wochen gefahndet. Der Juwelier Christ am Potsdamer Platz war gestern nicht zu erreichen.

Bei einem der spektakulärsten Einbrüche der letzten Jahrzehnte hatten es Einbrecher schon einmal auf Schmuck der Firma „Christ“ abgesehen: Ende Januar 2009 drangen drei Maskierte über ein Fenster in das KaDeWe in Schöneberg ein. Eine Überwachungskamera filmte die Männer. Sie nahmen so viel Schmuck mit, wie sie tragen konnten. Warum die Alarmanlage nicht losging, blieb ungeklärt. Mitte Februar 2009 fasste die Polizei in Niedersachsen ein Zwillingspaar: Die damals 27-jährigen Brüder einer libanesischen Großfamilie kamen in Untersuchungshaft. Doch einen Monat später musste die Staatsanwaltschaft die Haftbefehle wieder aufheben: Die am Tatort gefundene DNA-Spur konnte keinem von beiden zugeordnet werden, weil es sich um eineiige Zwillinge handelt. „Ihre DNA ist so gut wie identisch und mit derzeitigen medizinischen Erkenntnissen nicht zu unterscheiden“, hieß es. Von der Beute und einem dritten Verdächtigen fehlt bis heute jede Spur. Tanja Buntrock

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