Arm, aber ernst : Wahlplakate für Berlin

Helmut Schümann wundert sich über die ersten Plakate der SPD. Andererseits: Sie sind "cukunftsweisend".

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Wahlplakate sind jetzt in. Wahlplakate haben eine Botschaft, eine Message. Die Botschaft der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, wo sie künftig ’Zukunft’ mit ’C’ schreiben, ist offensichtlich: Wir, die CDU, sind jetzt mal orthographisch innovativ. Was aber will die Berliner SPD sagen mit ihrer ersten Wahlplakat-Marge (sagt man so?)? Der Regierende kommt nicht vor. Innovativ ist sie auch nicht, eher retroperspektiv, nämlich schwarz-weiß.

Dafür stehen Berliner im Mittelpunkt (sofern es sich bei den abgebildeten Menschen um Berliner handelt, der Herr mit dem Kind auf dem Arm könnte auch Schwabe sein). „Berlin verstehen“ steht noch auf den Plakaten. Und wenn wir richtig verstanden haben, heißt das, dass Berlin keine Farbe mehr braucht, kein sattes Grün, kein kräftiges Rot. Nur Schwarz und Weiß, mit starken Konturen, starken Kontrasten, ohne Zwischentöne, aber wahnsinnig seriös, kein Glamour, kein Glitzer, arm, aber total ernsthaft.

Das ist dann auf sehr raffinierte Weise doch noch sehr innovativ, sozusagen cukunftsweisend. Mal abwarten, wie die zweite Wahlplakatrunde aussieht, wenn der Regierende auch auf dem Bild ist.

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