Berlin : Arme Mediziner

1000 Berliner Ärzte haben weniger als 2250 Euro brutto im Monat

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Knapp 1000 niedergelassene Ärzte in Berlin haben im vergangenen Jahr weniger als 2250 Euro im Monat verdient – nach Abzug der Ausgaben für ihre Praxis aber vor Steuern, Krankenversicherung und Altersvorsorge. Weitere rund 1320 gaben ein BruttoMonatseinkommen zwischen 2250 und 4500 Euro an. Das geht aus dem jetzt vorgelegten Geschäftsbericht der Berliner Ärzteversorgung für 2002 hervor. In der Ärzteversorgung – der Rentenversicherung für die Ärzteschaft – sind 4500 niedergelassene Mediziner in der Hauptstadt versichert, von insgesamt rund 6200.

Damit bleibt der Verdienst der Berliner Ärzte weit unter dem Bundesdurchschnitt. Laut einem 2002 vorgelegten Bericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung erwirtschaften die niedergelassenen Chirurgen, die als Fachgruppe die niedrigsten Einkommen erzielen, im Durchschnitt 3016 Euro pro Monat – in der untersten von drei Einkommensklassen. Allgemeinärzte verdienen danach im unteren Einkommensdrittel 4007 Euro.

Grundlage der Angaben der Ärzteversorgung sind die Steuererklärungen der Mediziner, nach denen sich ihre Rentenbeiträge bemessen. Wie sich der Verdienst auf die einzelnen Fachgruppen verteilt, kann Elmar Wille, Vorsitzender der Berliner Ärzteversorgung, nicht sagen, denn dies werde bei der Berechnung nicht erfasst. Allgemein gelte: Je mehr Privatpatienten ein Arzt habe, desto höher sei sein Einkommen. „Der Behandlungsaufwand für Privatpatienten unterscheidet sich fast nicht von Kassenpatienten, doch das Honorar für erstere ist wesentlich höher.“

Ein Grund für das niedrige Einkommen der Mediziner sei die Konkurrenzsituation. Gerade in Berlin müssten sich sehr viele Ärzte den begrenzten Honorartopf der Gesetzlichen Krankenversicherungen teilen. „Und der Trend bei der Einkommenshöhe zeigt weiter nach unten“, sagt Wille. I.B.

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