Berlin : Armenier-Mord kein Thema im Berliner Lehrplan

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Der Völkermord der Türkei an den Armeniern 1915/1916 steht nicht im Lehrplan der Berliner Schulen. „Die Lehrer entscheiden, welche Genozide behandelt werden“, sagte gestern Kenneth Frisse, der Sprecher von Bildungssenator Klaus Böger (SPD). So würden auch keine anderen Genozide außer dem Völkermord durch die Nationalsozialisten im Lehrplan erwähnt. Der Völkermord an den Armeniern könne unter den Oberthemen „Völkermord“, „Umgang mit Minderheiten“ oder „Rassismus“ in der Sekundarstufe I und II unterrichtet werden. Auch in Zukunft wolle man das Thema nicht in den Lehrplan nehmen.

Das Land Brandenburg war kritisiert worden, weil es den Völkermord nach einem Treffen mit türkischen Diplomaten aus dem Lehrplan genommen hatte. Nachdem die armenische Botschaft intervenierte, wird das Thema nun wieder in den Lehrplan aufgenommen. Der Zentralrat der Armenier hofft, dass der Genozid nun auch in die Lehrpläne anderer Bundesländer aufgenommen wird. Die offizielle Position der Türkei ist, dass es sich bei dem Genozid um Deportationen einer Bevölkerungsgruppe aus einem Kriegsgebiet handelte. ffa

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