Berlin : Armer Berg!

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VON TAG ZU TAG

Bernd Matthies sinniert über die Vielseitigkeit der Berliner Mauer

Ach, Mauer. Du bist zwar weg, gottlob, aber doch immer noch da. Als Museum, Steinbruch, schützenswertes Kulturgut, Schallschutzwand. Und vor allem als Metapher, im Kopf drinnen und außerhalb. Deshalb mussten wir ein wenig zusammenzucken, als gestern nun auch noch eine zweiseitige Presseerklärung behauptete, die Wohnungsbaugesellschaft Prenzlauer Berg (WIP) baue „pünktlich zum 13. August eine neue Mauer durch den Prenzlauer Berg“.

Armer Berg, dachten wir, wirst jetzt zu allem Überfluss auch noch durchbohrt – aber dann ging es doch wieder nur um den Bezirk gleichen Namens und um einen Zaun, den die WIP errichten möchte. Doch auch das ist nicht ganz klar, denn die Verfasser nennen sich „Anwohner des Knaakparks“, obwohl es dort doch nur einen Knaackpark geben kann. Aber es geht, soweit wir den Ausführungen folgen konnten, praktisch um die Wiederkehr des UlbrichtRegimes in Gestalt der Wohnungsbaugesellschaft. Uff: Irgendwie sind wir doch immer froh, wenn der 13. August wieder vorüber ist.

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