Berlin : Arndt Bause droht Ungemach zum Geburtstag

hema

Unbedingt in der Sonne liegen wollte Arndt Bause an seinem heutigen 65. Geburtstag und weit weg vom Berliner Einladungspflichtstress allein mit seiner Frau und einem guten Rotwein sein. In etwa befolgte er mit diesem Ausreiß-Trip nach Teneriffa, den ihm seine geliebte Anngret schenkte, einen eigenen Schlager. "Ich geh vom Nordpol zum Südpol" hieß einer der über 1300 Titel, mit denen der Berliner Komponist aus Leipzig einst Frank Schöbel, Jürgen Walter und Wolfgang Lippert zu sozialistischen Stars der Unterhaltungskunst machte. Allein sein Ohrwurm "Sing, mei Sachse, sing" bescherte ihm 1979 mehr als "Gold in deinen Augen" - so hieß einer seiner Hits - nämlich eine Million DDR-Mark. Seine beispiellose Karriere an der Seite Helga Hahnemanns, die mit Bauses Liedern wie "Hundertmal hab ich Berlin verflucht" zum gesamtdeutschen Liebling wurde, beendete 1991 der Tod der Entertainerin. Dass im Westen die Musik nicht mehr für ihn spielt, hat "Der Mann mit der goldenen Nase" - so heißt seine Autobiographie - inwischen weggesteckt. Wegen des Buchs droht in Berlin derzeit Ungemach. Nach Angaben des Verlages "Das Neue Berlin" will ein ehemaliger Produktionsleiter der Plattenfimra Amiga das Buch verbieten lassen. Die erste Auflage sei jedoch fast verkauft. Dafür freut Bause sich heute, dass seine jüngste Tochter Inka mit ihrem Titel "Florian" in den Charts liegt, sein Schwiegersohn Hendrik Bruch im Swing Dance Orchestra von Andrej Hermlin als Sweetsänger die richtigen Töne findet, und auch die Enkel Lennart und Anneli in dem still gewordenen Haus in Biesdorf musizieren. Arndt Bause gibt auch noch genug Töne von sich - in Gesellschaft oft sehr laute, am Klavier in seinem Tonstudio mehr sensibel-musikalische.

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