• "Art in Heaven" benötigt mehr Zeit, die Strahler zu montieren - Kein Durchkommen vom 26. Dezember bis zum 3. Januar

Berlin : "Art in Heaven" benötigt mehr Zeit, die Strahler zu montieren - Kein Durchkommen vom 26. Dezember bis zum 3. Januar

Jörn Hasselmann

Der Große Stern wird nun schon am 26. Dezember bis zum 3. Januar für den Aufbau der Lichtschau an der Siegessäule voll gesperrt - vier Tage länger also als bislang angekündigt. Ab sechs Uhr früh ist damit der zentrale Bereich der Stadt komplett für den Autoverkehr blockiert. Darauf einigte sich gestern Nachmittag eine Runde aus Senat, Bezirk, BVG und Polizei. Nur so hat der Veranstalter "Art in Heaven" die Möglichkeit, seine Strahler zu montieren.

Nach den bisherigen Plänen sollte der Große Stern mit Hofjägerallee, Spreeweg und Altonaer Straße erst am 30. Dezember gesperrt werden. BVG und Autofahrer stehen damit vor der ausgedehntesten und mit mindestens acht Tagen Dauer längsten Verkehrsbehinderung der letzten Jahrzehnte. Der Verkehrswarndienst der Polizei wagt keine Prognose, wie sich in dieser Zeit der Verkehr in Berlin gestaltet. "Das hat es noch nicht gegeben", sagte ein Polizeibeamter. Schon am heutigen Donnerstag muss der Silvester-Veranstalter an allen Straßen, die in den Sperrbezirk führen, Tafeln aufstellen, die darauf hinweisen.

Letztlich gibt es nur einen Tipp: "Den Bereich meiden." Der "Bereich" ist nach dem gestrigen Übereinkommen: Die Straße des 17. Juni zwischen Klopstockstraße (an der S-Bahn-Brücke) und Pariser Platz, Altonaer Straße, Spreeweg und Hofjägerallee auf ganzer Länge, Pariser Platz mit der Durchfahrt des Brandenburger Tores. Das bedeutet: Sowohl die Ost-West-Magistrale der Stadt als auch wichtige Nord-Süd-Verbindungen sind unterbrochen. Eine Umfahrung der Partyzone ist eigentlich nur über die Stadtautobahn zu empfehlen; besser ist natürlich, das Auto gegen U- und S-Bahn zu tauschen. Die Entlastungsstraße - derzeit eine Einbahnstraße in Richtung Süden - wird erst am 30. Dezember um sechs Uhr früh gesperrt. Eine Alternative für zusätzlichen Durchgangsverkehr ist sie dennoch nicht.

"Art-in-Heaven"-Sprecher Peter Massine jubelte gestern über das Entgegenkommen des Senats: "Ein extremes Entgegenkommen, absolut unkonventionell." Die Bereitschaft der Behörden, einer wesentlich längeren Sperrung zuzustimmen, hatte sich schon in den vergangenen Tagen angedeutet. "Wer A sagt, muss auch B sagen", meinte Tiergartens Baustadtrat Horst Porath gestern. Mit anderen Worten: Wenn der Senat die Silvesterparty schön findet, muss er auch die dafür erforderlichen Behinderungen akzeptieren.

"Art in Heaven" zeigte sich gestern zuversichtlich, die auf Druck der Öffentlichkeit und des Senats geänderten Pläne zu realisieren. Denn viele Menschen fühlten sich an die Lichtinszenierungen der Nazis erinnert. Das neue Konzept von "Art in Heaven" sah vor, die Strahler auf der Fahrbahn rund um die Siegessäule zu platzieren. Dies jedoch ist von der Polizei aus Sicherheitsgründen am Dienstag verboten worden. Der Veranstalter muss die Strahler nun auf Metallbrücken installieren, die vom Rasenrondell des Großen Sterns bis zum Gehweg am äußeren Rand reichen. Der 100er Bus soll zumindest bis zum 30. Dezember, 18 Uhr, noch über den Großen Stern fahren dürfen.

Die östliche City wird wie geplant gesperrt: Am 27. Dezember früh um 6 Uhr die Linden vom Pariser Platz bis Friedrichstraße und am 28. Dezember der Rest der Linden bis zur Spandauer Straße. Die Querstraßen der Linden werden am 29. Dezember gesperrt, Friedrichstraße, Ebertstraße und Scheidemannstraße erst am 31. Dezember. An allen Tagen gelten die Sperren ab sechs Uhr früh.

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