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Demo gegen heimlichen „Köpi“-Verkauf

Wohn- und Kulturprojekt in Mitte soll nächste Woche versteigert werden
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Am morgigen Sonnabend will die linke Szene in der West-City für den Erhalt des Wohn- und Kulturprojektes „Köpi“ in Mitte demonstrieren. Bis zu 2000 Personen erwarten die Veranstalter. Sie wollen vom Breitscheidplatz zur Zentrale der Commerzbank in der Potsdamer Straße/Ecke Bülowstraße ziehen.

Das Bankhaus soll nach Angaben des „Köpi“-Projektes die Versteigerung des legendären Hauses an der Köpenicker Straße 137 beantragt haben. Eine Gerichtssprecherin sagte gestern, dass die vier Termine „aus Sicherheitserwägungen“ nicht in Zeitungen und im Internet veröffentlicht worden seien. Die Termine sind jedoch, wie gesetzlich vorgeschrieben, im Amtsblatt publiziert worden. Auf der Internetseite des Gerichts fehlen die Versteigerungen völlig. Auf der Internetpräsenz eines gewerblichen Anbieters heißt es sogar fälschlich, dass die Versteigerungen abgesagt seien. Das Haus und drei benachbarte Grundstücke sollen am kommenden Dienstag nacheinander im 90-Minuten-Takt unter den Hammer kommen. Die öffentliche Auktion findet im Amtsgericht Mitte statt. Als Verkehrswert für das Haus hat ein Gutachter 1,67 Millionen Euro ermittelt, für die drei Grundstücke des Wagenplatzes knapp zwei Millionen.

Unter Investoren gilt das Grundstück nahe der Spree als äußerst attraktiv. Gerüchten zufolge soll es sich bei einem der Interessenten um einen Geschäftsmann handeln, der bereits mehrere Anwesen im lukrativen Grenzbereich zwischen Mitte und Kreuzberg gekauft habe. Die mehr als 30 Bewohner des „Köpi“-Projektes rufen auch für Dienstag zu Protesten vor dem Amtsgericht auf. Einige Sympathisanten planen sogar, vor dem Gebäude zu übernachten. Zu der Mahnwache werden bis zu 50 Personen erwartet. Die Polizei will bei der Demo und Versteigerung mit starken Kräften präsent sein.

Das „Köpi“-Projekt gilt in der linken Szene als Kultobjekt mit hohem Mobilisierungsfaktor, heißt es bei der Polizei. Auch vor Anschlägen schrecken Sympathisanten nicht zurück. In der Nacht zum 30. April wurden bei drei Immobilienmaklern die Scheiben eingeworfen. Ein Bekennerschreiben an den Tagesspiegel ist mit „Köpi bleibt“ überschrieben. In der Vergangenheit sind alle Versuche, das Haus zu versteigern, gescheitert: Mögliche Käufer fürchteten offenbar Racheaktionen von Hausbesetzern. Ha/hah

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