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Was geschah wirklich am 11. September?

Nicht jedem will die offizielle Erklärung der Anschläge einleuchten. Die Skeptiker luden zum Austausch ins Tempodrom ein – und unerwünschte Gäste aus
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Das Tragische und das Komische liegen oft ganz nah beieinander, das wussten schon die alten Griechen. Das Absurde ist dann auch nicht fern. Zum Beispiel gestern Nachmittag im Tempodrom. Auf dem Podium in der Kleinen Arena rund ein Dutzend nachdenklich dreinblickender Personen, Männer überwiegend, von denen einer sehr ernste Fragen zum 11. September in den Raum stellt. Warum denn beispielsweise die Jagdflugzeuge, die doch sonst jedes irrgeleitete Flugzeug minutenschnell abfangen, diesmal nicht rechtzeitig zur Stelle waren. Eine Sache, die tatsächlich Aufklärung verlangt, aber zugleich fragt man sich, warum es nicht möglich ist, bei solch einer Veranstaltung die Discokugel über den Köpfen abzustellen. So dreht sie sich nun wieder und wieder und findet kein Ende.

Was natürlich nicht grundsätzlich gegen das Symposium spricht, zu dem die international wirkende Initiative „9/11 Truth Alliance“ eingeladen hat, um die Diskussion über die Hintergründe des Anschläge voranzutreiben, die Zweifel an der offiziellen Version zu begründen und darüber zu berichten, was man an weiteren Unstimmigkeiten gefunden zu haben glaubt.

Eine ähnliche Veranstaltung hatte es in diesem Sommer schon in der HumboldtUniversität gegeben. Auch Rechtsextremist Horst Mahler war damals dabei, was den Leuten der „Truth Alliance“ gar nicht gefallen hat. „Ich muss draußen bleiben“ steht nun vorsorglich auf einem innen aufgehängten Transparent zwischen Mahler-Fotos, und auch andere, offenbar dem schwergewichtigen Sicherheitspersonal wohl bekannte Personen, die Mahler geistig nahe stehen, dürfen gar nicht erst rein. Sollte sonst jemand mit unlauteren Absichten durchschlüpfen wollen, wird hoffentlich der Metalldetektor rechtzeitig piepsen. Und die Polizei ist ja auch noch da mit mehreren Mannschaftswagen.

Gebraucht wird sie nicht, denn das Publikum, das sich gegen 15 Uhr brav in Schlangen am Eingang einreiht und mit Tickets in einer „9/11“-Version der Dollarnote Einlass findet, ist von Radikalität weit entfernt. Misstrauisch ist man, das schon, gegenüber den Erklärungen aus dem Weißen Haus etwa, aber auf gutbürgerlich gesittete Weise. Und typisch ist nicht einer wie Klaus Hofmann, der einen Stammtisch unterhält, an dem auch Mahler mitunter sitzt. Typisch ist eher eine wie Eva Schmidt, eine ältere Dame, adrett, wie man so sagt, die mit ihrer Freundin gekommen ist und auch schon in der Humboldt-Uni dabei war. „Auf vieles bin ich selbst gekommen“, beschreibt sie ihren Weg zum Zweifel. „Wie eine Inszenierung“ sei ihr der 11. September erschienen. Die Abfangjäger, wo waren sie? Und schon nach zwei Tagen waren alle Attentäter bekannt? Und waren die Flugzeuge nicht vielleicht ferngesteuert? Mirko Balke, Student der Skandinavistik und Linguistik an der Humboldt-Uni, hat dagegen nicht eingeleuchtet, warum das Gebäude 7 des WTC, von den Türmen 200 Meter entfernt, noch eingestürzt ist. Später stießen er und die Kommilitonin Maria-Rose Schumann auf das 9-11-Buch „Painful Questions“ des Amerikaners Eric Hufschmid, das sie in Eigeninitiative übersetzt und hier veröffentlicht haben (erhältlich über www. PainfullQuestions.de). „Schmerzhafte Fragen, nicht schmerzhafte Antworten“ – Mirco Balke ist der Unterschied sehr wichtig. Gewissheiten hat auch er nicht zu bieten.

Auch die die Studentin Jennifer Timm aus Cincinnatti hat es ins Tempodrom verschlagen. Eines Antiamerikanismus ist sie nun wirlich nicht verdächtig. Im Gegenteil: Sich die Freiheit nehmen, Fragen zu stellen, das gehört für sie zur Demokratie. ac
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