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Der Besuch des jungen Helden

„Troja“-Premiere mit Brad Pitt am Potsdamer Platz
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Schotte müsste man sein. Dann blieben die modischen Forderungen, denen man als Mann schon bald ausgesetzt ist, überschaubar und man griffe nur in den Schrank, statt sich teuer neu einzukleiden. „Männer werden im nächsten Sommer Röcke tragen, das prophezeie ich“ - so hatte Brad Pitt, als Achilles knapp drei Kinostunden lang auf alt-griechische Rocktracht verpflichtet, gestern Nachmittag kundgetan. Eigentlich unverständlich, dass er am Abend bei der „Troja“-Premiere im Cinestar mit Hosen vorlieb nahm. Gerade die weiblichen Fans werden bedauert haben, dass die heldenhaft schwellenden Arm- und Beinmuskeln den Blicken verborgen blieben und sie sich wieder mit dem Papierbizeps auf den Plakaten zufrieden geben mussten.

Schon am frühen Nachmittag hatten Schaulustige den roten Teppich unterm Sony-Zelt gesäumt, der doch erst am frühen Abend mit Prominenz bevölkert wurde. Rund 1000 Gäste waren geladen, die einige Geduld mitbringen mussten. Die Kapazität der Kontrollschleusen stieß deutlich an ihre Grenzen. Wer dann gegen halb acht, als es eigentlich schon losgehen sollte, noch mitten in der Warteschlange stand, konnte immerhin am Aufkreischen in den Reihen der Zaungäste erahnen, dass Brad Pitt mal wieder von der einen zur anderen Seite der Absperrung gewechselt war.

Gegen sieben war er mit Regisseur Wolfgang Petersen, Filmkontrahent Eric Bana sowie den beiden Schönen Diane Kruger und Rose Byrne eingetroffen. Gewöhnlich kommen die Topstars zuletzt, diesmal vermischte es sich, und man sah auf der riesigen Projektionswand mal die Herrschaften aus Hollywood, mal heimische Prominenz. Leute wie Jürgen Vogel, Klaus Wowereit, Nina Hagen, Felicitas Woll, Wolfgang Joop, Mariella Ahrens, Seite an Seite schließlich Günther Jauch und Thomas Gottschalk.

Vor allem dank Petersen fand die Weltpremiere in Berlin statt. „Ich wollte das unbedingt“, hatte er am Nachmittag erklärt. In die Rotunde des Alten Museums war zur Pressekonferenz gebeten worden, und man hatte das Podium sehr hübsch mit Schildern, Schwertern und Spießen dekoriert. Natürlich richteten sich die Fragen überwiegend an Pitt. „Troja“ – das war für ihn „die perfekte Mischung aus großen gigantischen Schlachtszenen und sehr persönlichen wunderbaren Momenten.“ Monatelang habe er sich mit Eric Bana auf die Kampfszene vorbereitet. „Das hat viel Energie gekostet und viel Konzentration erfordert, die ich manchmal verlor.“ Die Szenen, in denen er nahezu unbekleidet auftritt, waren für ihn kein Problem – dank des antiken Vorbilds. „Die Griechen liefen doch die ganze Zeit nackt rum.“
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