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Nach der Hausbesetzung das Fest

In der Glogauer Straße wird nach nächtlichen Auseinandersetzungen verhandelt – um einen Mietvertrag für das „Sozialforum“
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Jetzt wird erst einmal gefeiert: Die Initiative für ein Berliner Sozialforum gibt heute im Haus Glogauer Straße 16 in Kreuzberg ein Fest. Am Donnerstagabend hatte sie die frühere Kindertagesstätte noch mehrere Stunden besetzt gehalten. Am Montag sitzen dann Vertreter der Initiative und des Bezirksamts am Verhandlungstisch. Ziel ist, einen Mietvertrag für die Villa auszuarbeiten, in der das Sozialforum Berlin dann verschiedenen politischen Gruppierungen Arbeitsräume anbieten möchte. Neben „Attac“ dem Zusammenschluss von Globalisierungskritikern - gehört auch die „Banken-Initiative“ um den FU-Professor Peter Grottian dazu.

Die Besetzung des Hauses war, wie in einem Teil unserer Freitags-Auflage berichtet, in den frühen Morgenstunden des Freitags friedlich beendet worden. Nachdem die Polizei das Feld geräumt hatte, waren auch die etwa einhundert Besetzer abgerückt. Vorausgegangen waren Verhandlungen mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, die mit der Zusage endeten, sich am Montag zusammenzusetzen und einen Mietvertrag auszuarbeiten.

Der Sprecher der Besetzer, Michael Prütz vom Sozialforum sagte, man habe mit der Aktion die ins Stocken geratenen Verhandlungen forcieren wollen. Bezirksbürgermeisterin Cornelia Reinauer widersprach am Freitag: Bisher habe es gar keine „richtigen Verhandlungen“ geben. Die Initiative habe im Juni ihr Interesse an dem Gebäude geäußert und während der Sommerferien einen Schlüssel erhalten, um sich in dem Haus umzusehen, sagte Reinauer. Die Bezirksverordnetenversammlung hatte bereits Ende September auf Antrag von PDS und Grünen beschlossen, das Sozialforum zu unterstützen, das Haus Glogauer Straße 16 zu mieten. Ursprünglich sollte das Haus in den Liegenschaftsfonds des Senats übergehen.

Bisher gibt es allerdings noch Differenzen über die Höhe der Miete. Das Bezirksamt verlangt laut Cornelia Reinauer eine „ortsübliche Miete von drei bis fünf Euro pro Quadratmeter“ für das rund 550 Quadratmeter große Haus, die Initiative habe ein Angebot von einem Euro pro Quadratmeter vorgelegt. Es müsse darauf geachtet werden, dass das Sozialforum gegenüber anderen Initiativen nicht bevorzugt werde. Aber: „Der gute Wille auf beiden Seiten ist vorhanden.“

Inzwischen hat sich auch der Innensenator eingeschaltet. In der Körting-Verwaltung ging das Gerücht umher, wonach das Bezirksamt das Haus angeblich kostenlos zur Verfügung stellen wollte und wies den Bezirk darauf hin, dass dies untersagt sei. Aber es sei ohnehin nie beabsichtigt gewesen, sagte die Bezirksbürgermeisterin. weso
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