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Charité will höher hinaus

Bettenhaus soll saniert und aufgestockt werden - Zunächst verschwindet es unter einem Werbeposter
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Bettenhaus soll saniert und aufgestockt werden Zunächst verschwindet es unter einem Werbeposter Die Charité will das Bettenhochhaus in Mitte grundlegend sanieren – und um ein Drittel aufstocken. Damit sind die Gedankenspiele, sich von dem 1982 eröffneten Gebäude zu trennen, offenbar endgültig vom Tisch. Sieben Stockwerke sollen zu den bisher 21 Ebenen hinzukommen. Das jetzt schon mit 82 Metern Höhe weit sichtbare Wahrzeichen ragte dann über 105 Meter in die Höhe.

Die Aufstockung sei bereits statisch durchgerechnet, sagte Charité-Vorstandschef Detlev Ganten dem Tagesspiegel. Die neuen Etagen werden etwas schmaler ausfallen als die darunter liegenden Ebenen und Platz bieten für eine umlaufende Terrasse auf dem jetzigen Dach.

Diese Art „Büro-Penthouse“ bietet Platz für Unternehmen, die den engen Kontakt mit dem Universitätsklinikum suchen. Dazu zählt zum Beispiel das Berliner Pharmaunternehmen Jerini AG. Man habe grundsätzliches Interesse, Räume in dem Neubau anzumieten, heißt es aus der Jerini-Chefetage. Allerdings sei das Projekt noch in einem zu frühen Stadium, um sich festzulegen. Als Mieter kämen auch Ausgründungen der Charité in Frage, wie die auf Telemedizin spezialisierte Global Health Care GmbH, die hier ihre Schaltzentrale für medizinische Fernverbindungen in alle Welt einrichten könnte, inklusive großer Satellitenschüssel.

Noch hält sich der Vorstand bedeckt, wann der Aufbau fertig sein könnte. Insider halten ein Bauende bis zum 300. Jubiläum der Charité 2010 für realistisch – wenn die Finanzierung klappt. 32 Millionen Euro soll der Bau kosten. Man habe bei der Senatswirtschaftsverwaltung einen Förderantrag im Rahmen der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ gestellt. Über den Antrag sei noch nicht entschieden, heißt es aus der Verwaltung.

Zunächst aber verschwindet das Hochhaus unter einem Baugerüst, das derzeit errichtet wird – und ab Februar kommenden Jahres unter einem großen Werbeposter. Darunter wird die baufällige Fassade saniert. Die Arbeiten werden Anfang 2007 ausgeschrieben, die Finanzierung stehe, sagt Ganten. Wahrscheinlich Ende 2008 sollte das Gerüst wieder verschwinden. Die Charité hat sich für die Werbemotive ein Vetorecht vorbehalten. Tabak- oder Schnapsreklame etwa sind tabu.

So ein Riesenposter muss nach Auskunft des Bezirksamtes Mitte zwar nicht genehmigt werden. Aber man könne es untersagen, wenn der Denkmalschutz beeinträchtigt sei. Dies prüfe man derzeit.

Eine Million Euro jährlich will die Charité mit den Postern erwirtschaften. Die Patienten sollen darunter aber nicht leiden, denn die Planen seien lichtdurchlässig. Das Plakat wird bei Dunkelheit nur bis 23 Uhr angestrahlt, um die Nachtruhe nicht zu stören.

Bei laufendem Klinikbetrieb soll auch das inzwischen marode Bettenhaus saniert werden. Derzeit laufe bereits die Modernisierung der Aufzüge. Das interne Leitungssystem soll folgen. Ursprünglich waren für die Sanierung des Bettenturms 180 Millionen Euro veranschlagt. Doch nach einer nochmaligen Prüfung falle diese Summe „wesentlich niedriger“ aus, sagt Ganten. Genauer will der Charité-Chef erst am Ende der laufenden Prüfung werden. Bauexperten gehen davon aus, dass die Sanierung auch für einen zweistelligen Millionenbetrag zu bewerkstelligen wäre.
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