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Klappe, die letzte!

Der Palast der Republik als Filmkulisse: Studenten drehen mit Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus
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Alle wollen Ballhaus. Der weltberühmte Kameramann ist der Star dieser Stunde. Michael Ballhaus nicht in Hollywood, sondern zwischen den rotbraunen Stahlträgern im Palast der Republik. Unten gähnt der große Saal, oben ist der Himmel gerade aufgewacht. „Können Sie mal die Arme ausbreiten?“, schreit einer aus der Armada der Fotografen. Ballhaus sind solche Befehle nicht fremd, trotzdem brummt er zweifelnd: „Als ob mir das hier alles gehört?!“

Ein bisschen schon: Der zum Skelett heruntergekommene Palast hat seinen letzten Auftritt, und er spielt dabei nicht einmal die Hauptrolle, sondern ist zum Bühnenbild degradiert, zur maroden und morbiden Staffage. Bis Donnerstag wird hier kein Film über das Verschwinden eines Gebäudes gedreht, sondern eine „Ballade von der Hingabe“, die den „leidenschaftlichen Moment des Sichauslieferns an einen geliebten Menschen“ beschreibt und „die Urangst, sich dem anderen hinzugeben und gleichzeitig die große Sehnsucht danach“, sagt die Regisseurin Nina Vukovic. Sie ist 29 Jahre alt, so hübsch wie klug, hat das Drehbuchschreiben studiert und das Regieführen, die Story auf dem Dach des Palasts der Republik wird am Ende ein Kurzspielfilm, 15 Minuten lang. Michael Ballhaus begleitet die Entstehung des Streifens im Rahmen eines Seminars an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), wo Ballhaus seit 1966 als Dozent für Kamera lehrt. Der Dreh mit dem Blick über Berlins City ist vielleicht nicht so anstrengend wie seine letzten Spielfilme „Departed“ oder „Gangs of New York“, aber Ballhaus bringt eigene jahrzehntelange Erfahrung bei diesem Seminarfilm ebenso intensiv ein wie bei einem Kinofilm.

Er sei ein guter Ratgeber und Problemlöser, sagt die Regisseurin. Zwölf Studenten, darunter neun Kameramänner, gehören zu der Crew, die ihre Drehutensilien in einem Container auf dem Palastdach verstaut haben. Hier wird gefilmt, wie die junge Shirin als die Partnerin von David auf einem Stahlträger balanciert. „Wir haben uns diese Ruine ausgesucht, weil sie spannend ist und alle Maße für unseren Film stimmen“. Den Palast hat der Kamera-Mentor nie besucht, „ich war ja in Amerika, und wenn ich etwas von innen kenne, dann ist es das BE“. Dass das imposante Gebäude mit sehr vielen Gedanken und Phantasien belastet ist, sei ihm klar, „natürlich hätte man das sanieren können.“ Und nun: ein Schloss? „Vielleicht passt das hierher.“ Könnte es auch ein moderner Bau sein? „Sicher, auch das wäre möglich.“
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