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Polizeiaufmarsch in der Luisenkirche

Uniformierte Beamte schützten den Berliner Sektenbeauftragten Thomas Gandow, der sich von Scientology bedrängt fühlt
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Gottesdienst unter Polizeischutz: Aus Angst vor Störungen durch die ScientologyChurch kamen am Sonntag uniformierte Polizisten in die Luisenkirche in Charlottenburg. Der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, sprach über die umstrittene Organisation, an seiner Seite war Gerald Armstrong, ein Scientology-Aussteiger.

Schon auf dem Weg von Brandenburg zur Luisenkirche am Gierkeplatz seien sie von Scientologen verfolgt, fotografiert und massiv bedrängt worden, sagte Gandow gestern. Offenbar sei es den Mitgliedern der Sekte darum gegangen, den Auftritt von Gerald Armstrong zu verhindern und ihn einzuschüchtern. Armstrong sprach während des Gottesdienstes über seine Erfahrungen im Kampf gegen die Scientologen. Seit Armstrong vor rund zwanzig Jahren die Organisation verlassen habe, werde er weltweit verfolgt.

Die Scientologen hefteten sich bereits in Gandows brandenburgischen Heimatort an seinen Wagen. Auf der Autobahn sei sein Fahrzeug bedrängt worden, der Fahrer habe dabei Fotos gemacht, sei dicht aufgefahren oder habe ihn ausgebremst: „Die Situation wurde immer bedrängender - dann habe ich die Autobahnpolizei angerufen“, sagte Gandow. Die Beamten winkten den Verfolger in Michendorf auf den Rastplatz, nahmen seine Personalien auf und kassierten ein Verwarnungsgeld: „Weil er während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung telefoniert hatte“, sagte Gandow. Er habe dann noch Anzeige wegen Nötigung und Verkehrsgefährdung erstattet.

Die Berliner Polizei übernahm den Schutz Thomas Gandows und seines Begleiters an der Stadtgrenze in Dreilinden. In der Luisenkirche erkannte Gandow später einige hochrangige Scientology-Mitglieder wieder. Unter anderem habe die deutsche Chefin des Scientology-„Geheimdienstes“ OSA in der Kirche gesessen und jedes Wort protokolliert. Berlin sei als Hauptstadt für die Scientologen „sehr interessant.“

In Berlin steht die Organisation unter Beobachtung des Verfassungsschutzes (LfV). Für den Geheimdienst stehen „die politischen und gesellschaftlichen Zielvorstellungen der Organisation im Gegensatz zu tragenden Prinzipien des Grundgesetzes.“ In weiten Teilen seien Scientologys Lehren „antidemokratisch und menschenfeindlich“.

Im Frühjahr 1998 hatte ein Informant des Verfassungsschutzes einen hohen Beamten der Berliner Polizei fälschlicherweise als hochrangiges Scientology-Mitglied bezeichnet. Der Polizeidirektor war später rehabilitiert worden. Der damalige Berliner Innensenator Jörg Schönbohm hatte seinerzeit Fehler des LfV zugegeben.weso
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