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Scientology gibt Bespitzelung zu

Berlins Sektenbeauftragter wurde verfolgt und fotografiert. Deshalb predigte er unter Polizeischutz
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Die Scientology Kirche hat zugegeben, dass sie den Sektenbeauftragten der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, überwacht hat. Eines ihrer Mitglieder habe versucht, für einen Rechtsanwalt die ladungsfähige Anschrift von Gandows Begleiter, dem amerikanischen Scientology-Aussteiger Gerald Armstrong, zu ermitteln. Gegen Armstrong lägen verschiedene Verfügungen von US-Gerichten vor, sagte Sabine Weber von Scientology Deutschland. Man wolle versuchen, diese Verfügungen nach internationalem Recht gegen Armstrong in Deutschland zu vollstrecken. Gleichzeitig wolle man hier juristisch gegen ihn vorgehen, um ihm unter anderem die Behauptung zu untersagen, die Scientology-Kirche trachte ihm nach dem Leben.

Gandow und Armstrong waren am vergangenen Sonnabend zu einem Gottesdienst in der Luisenkirche am Gierkeplatz in Charlottenburg verfolgt worden. Es seien mindestens zwei Autos gewesen, sagte Gandow. Auf dem Weg von Brandenburg nach Berlin sei sein Wagen von einem Verfolgerfahrzeug massiv bedrängt worden. Der Fahrer habe ihn und Armstrong auf der Autobahn fotografiert, sei dabei dicht aufgefahren oder habe ihn ausgebremst.

Die Situation sei so bedrängend geworden, dass er schließlich die Brandenburger Autobahnpolizei zu Hilfe rief. Diese stoppte den Verfolger an der Raststätte Michendorf, überprüfte ihn und verhängte ein Verwarnungsgeld, weil der Fahrer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert hatte. Die Polizei begleitete den Wagen Gandows bis zur Stadtgrenze, wo er von Berliner Polizisten geschützt wurde.

Sie bewachten auch die Luisenkirche während des Gottesdienstes, in dem Armstrong über seine Erfahrungen mit Scientology sprach. Gandow will während der Fahrt auf der Autobahn noch ein zweites Fahrzeug mit mindestens drei Insassen bemerkt haben, die ihn und Armstrong ebenfalls überwachten und Fotos machten. Der Geistliche ist sich sicher, dass es sich bei diesen Männern ebenfalls um Scientologen gehandelt hatte.

Auf der Autobahn seien offenbar „JamesBond-Phantasien“ mit ihrem Mitglied durchgegangen, kritisierte die Scientology Kirche Deutschland. Der Mann werde dafür „kirchenintern disziplinarisch zur Verantwortung gezogen“. Der Gottesdienst in der Luisenkirche sei von einem Berliner Mitglied der Scientologen besucht worden. Die Frau sei zuständig für „lokale Öffentlichkeitsarbeit und rechtliche Belange“. Gandow hatte gesagt, es handele sich bei ihr um eine Führungskraft des Scientology-„Geheimdienstes“ OSA. Die Frau hatte während des Gottesdienstes Wort für Wort protokolliert.

Die Scientologen warfen Gandow vor, er sei im Dezember während eines Besuchs im russischen Jekaterinburg gemeinsam mit Armstrong gewaltsam in die dortige „Scientology Mission“ eingedrungen und habe Unterlagen gestohlen. Das stimme nicht, sagte Gandow. Er sei vom dortigen Scientologyvorsitzenden eingeladen worden und habe keine Unterlagen mitgenommen. weso
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