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Aktion trockene Wände Der „Trichinentempel“ der Charité wird saniert

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Das Anatomische Theater der Charité gilt als eine Perle der frühklassizistischen Baukunst in Berlin, die Studenten haben dafür aber einen wenig respektvollen Namen gefunden: „Trichinentempel“. Über 200 Jahre ist das Gebäude alt und scheint langsam in den Boden zu versinken. Dabei gilt das Gegenteil: Eine meterdicke Erdschicht wurde im Laufe der Zeit um das Bauwerk aufgeschüttet, eine Gefahr für das Mauerwerk, die derzeit beseitigt wird. Der aufgeschüttete Boden wird abgetragen, das Anatomische Theater wieder so präsentiert, wie es sich 1789/90 sein Architekt Carl Gotthard Langhans, der auch das Brandenburger Tor schuf, ersonnen hatte. Das ist der erste sichtbare Schritt zur Rettung dieses wichtigen Zeugnisses der Berliner Architektur- und Wissenschaftsgeschichte.

In der Landesregierung wird noch über Fördermaßnahmen, einen Mix aus Bundes- und Landesmitteln, für eine grundlegende Sanierung und Restaurierung nachgedacht. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist hingegen bereits initiativ geworden. Sie hat den „Trichinentempel“ schon länger auf der Liste der Objekte, deren Erhaltung sie unterstützen möchte, wie Peter Schabe, Berliner Vertreter der in Bonn ansässigen Stiftung, sagt. „Aktuell wird das in 200 Jahren aufgeschüttete Erdreich rund um das Anatomische Theater abgetragen und das freigelegte Mauerwerk gegen eindringende Feuchtigkeit isoliert.“ Als Nächstes werde die Eingangsfront restauriert, die nach Schließung von Fugen und Rissen den originalen ockerfarbigen Farbton erhalte. 2007 kommen die anderen drei Hausseiten dran.

Da die Glaskuppel über dem Hörsaal noch immer dicht ist, wird sie erst 2008 saniert und gereinigt. Wenn alles gut geht, werde in zwei Jahren die Arbeit abgeschlossen sein, hofft Schabe. Die Stiftung habe 2005 für Erhaltungsarbeiten 64 000 Euro bereitgestellt. 50 000 Euro werden 2006 zur weiteren Fassadeninstandsetzung aufgewandt, ergänzt durch Erträge aus einer treuhänderischen Stiftung speziell für das Anatomische Theater. Dazu kommen Mittel der Humboldt-Universität und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Veterinärmedizin der Freien Universität.

Das von Friedrich Wilhelm II. gestiftete Anatomische Theater diente einst der Ausbildung von Studenten der königlich-preußischen Tierarzneischule. Es gab damals großen Bedarf an gut ausgebildeten Tierärzten zur Seuchenvorsorge, Pferdezucht und Pflege kranker Tiere in der Armee und Landwirtschaft. Ausgestattet war das Gebäude mit einem Hörsaal, einer Apotheke und einem Laboratorium. Dazu kamen Tierställe, und außerdem verfügte das Haus über eine Bibliothek, deren Wandschränke noch existieren. Sogar eine Skelett- und Hufeisensammlung sowie eine Schmiede waren vorhanden.
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