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Rollender Wechsel auf der Live-8-Bühne

An der Siegessäule laufen die Aufbauarbeiten für das Konzert am Sonnabend Eine ausgeklügelte Logistik ermöglicht die Auftritte der vielen Musiker
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Geschäftig rangieren Gabelstapler mit Gerüstteilen auf der Straße des 17. Juni. Toilettenhäuschen säumen die gesperrte Straße. Erste Container für die Musiker stehen am Großen Stern, dahinter staut sich der Autoverkehr. Tätowierte Männer haben vor der Siegessäule bereits Bühnenelemente zusammengeschraubt. Die 30 Meter breite und 20 Meter tiefe Bühne ist schon zu erkennen. Auf eine Kiste mit Stangen und Schrauben hat ein Spaßvogel den Bestimmungsort, „Live Aids“, geschrieben.

Henning Schneider, technischer Leiter des Live-8-Konzerts am Sonnabend, rechnet damit, dass die Bühne heute Abend fertig gestellt ist. „Dann gibt es immer noch viel zu tun“, sagt er. Weitere Zelte und Container für Künstler, Presse und VIP-Besucher müssen aufgestellt werden, für die Live-Übertragung Kabel verlegt werden. Rund um die Uhr wird das Areal von Sicherheitsleuten bewacht.

Das Arbeitsklima ist hektisch. Schneider bleibt aber gelassen. „Alle fünf Minuten gibt es Änderungen“, sagt er ruhig. Ansonsten unterscheide sich das Live-8- Konzert nicht sonderlich von anderen Großveranstaltungen in der Waldbühne oder im Olympiastadion.

Die Bühne auf der Straße des 17. Juni wird nun doch in direkter Nähe vor der Siegessäule aufgebaut. Auf der offiziellen Internetseite www.live8live.com war bis Dienstag noch das Brandenburger Tor als Spielstätte angegeben. Die Zuschauer blicken in Richtung Siegessäule, die Musiker zum Brandenburger Tor. Autos sollen trotzdem am Sonnabend passieren können: Der Große Stern wird nicht gesperrt.Wenn allerdings auch hinter der Bühne der Andrang der Menschen zu groß sein soll, dann wird kurzfristig der Kreisverkehr eingeschränkt, sagt Peter George, Gruppenleiter für Veranstaltungen bei der Verkehrslenkung Berlin.

Momentan wuseln rund 120 Arbeiter über das Festivalgelände. Am Sonnabend, dem Tag der Show, werden es doppelt so viele sein, erklärt Jana Seifert, Projektleiterin von der Agentur Semmel Concerts, „Ordner und Putzpersonal nicht eingerechnet“. Jana Seifert delegiert die Arbeit der Gerüstebauer und Sicherheitsleute und koordiniert die Wünsche von Behörden, Presse und Sponsoren. „Während der Vorbereitungen haben wir so gut wie keine Ruhepausen“, sagt sie. Selbst einen Profi wie Jana Seifert beeindruckt das Line-Up mit Stars wie Herbert Grönemeyer, Roxy Music, den Toten Hosen und A-ha. „Hoffentlich spielt das Wetter mit“, sagt sie. Bei extremem Sturm muss das Konzert aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden.

Laut Plan gibt es für den Umbau der rund 20 Bands nur fünf Minuten Pause. Wenig Zeit für Soundchecks bei den Live-Auftritten. Die fast 600 Quadratmeter der Bühne werden voll genutzt: Während die Musiker vorn spielen, werden hinten auf rollbaren Podesten bereits die Instrumente der beiden jeweils nachfolgenden Bands aufgestellt – wenn „Die Toten Hosen“ ab 14 Uhr losrocken, bauen Helfer die Instrumente von „Wir sind Helden“ auf. Direkt vor die 2,5 Meter hohe Bühne wird man allerdings schwer gelangen: Der Bereich ist für 2000 bis 2500 VIPs gesperrt. Dort kommen nur die Gäste der Sponsoren hinein. Damit auch die weiter hinten stehenden Besucher etwas erkennen können, stehen auf der Straße des 17. Juni bis zum Brandenburger Tor Video-Leinwände.
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