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14 Mieter bei Kinderwagenbrand verletzt

Beim Feuer in Prenzlauer Berg war wieder Brandstiftung die Ursache. Auch in Reinickendorf brannte es.
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Wieder waren es Kinderwagen, die Brandstifter in der Nacht zu Mittwoch in einem Hausflur in Prenzlauer Berg angezündet hatten. Und wieder waren Mieter in Panik durch den dichten Qualm gelaufen. Doch im Gegensatz zu der Brandkatastrophe in der Moabiter Ufnaustraße, wo im August 2005 neun Menschen ums Leben kamen, ging es glimpflich aus: Beim Feuer in dem fünfgeschossigen Altbau in der Driesener Straße erlitten 14 Menschen leichte Rauchgasvergiftungen und kamen zur ambulanten Behandlung in eine Klinik.

Gegen 0.15 Uhr schrillte der Rauchmelder bei einer Mieterin im Erdgeschoss. Sie sah zwei brennende Kinderwagen im Hausflur und rief die Feuerwehr. „Wir sind von Nachbarn wachgeklingelt worden“, schildert Stefan Bukowski aus der vierten Etage. Da hatte sich der beißende Qualm bereits im Treppenhaus ausgebreitet. „Wir haben unsere beiden Kinder geschnappt und sind in Panik die Treppen heruntergelaufen“, sagt der 38-Jährige. Inzwischen hatte die Feuerwehr bereits per Megafon durchgesagt, dass alle Bewohner in ihren Wohnungen bleiben sollen. „Davon haben wir nichts mitbekommen“, sagt Bukowski. Als sie unten ankamen, sei das Feuer gelöscht gewesen.

Auch in der Reinickendorfer Antonienstraße brannte es gestern. Dort brach am Abend im ersten Stock eines fünfgeschossigen Wohn- und Geschäftshauses ein Feuer aus, möglicherweise durch eine defekte Dunstabzugshaube. Die Bewohner retteten sich vor Eintreffen der Feuerwehr ins Freie, neun Personen wurden danach ins Krankenhaus gebracht.

In der Panik dem „natürlichen Fluchtreflex“ zu folgen, wie Feuerwehrsprecher Jens-Peter Wilke es nennt, sei falsch. Sofern es nicht die eigene Wohnung brennt, gelte: In der Wohnung bleiben, Tür geschlossen halten, Fenster öffnen, auf Durchsagen hören. Bei dem giftigen Qualm können zwei Atemzüge tödlich sein. Neun Menschen starben in der Ufnaustraße, weil sie Durchsagen nicht verstanden oder ignorierten und durchs Treppenhaus liefen. Ein Zwölfjähriger gestand später, gezündelt zu haben.

Durchschnittlich einmal pro Woche rückt die Feuerwehr wegen brennender Kinderwagen aus. Eigentlich sei das Abstellen der Wagen im Hausflur verboten, sagt Wilke. „Doch es gibt Gerichtsurteile, die dem widersprechen.“ Somit dürfen Kinderwagen dort abgestellt werden, wenn es keine andere Unterbringungsmöglichkeit gibt. „Wir warnen aber immer wieder davor“, sagt Wilke. Auch rät die Feuerwehr, abends die Haustür verschlossen zu halten. „Zu 99 Prozent kommen die Brandstifter von außen.“ Ebenso betont sie, dass Rauchmelder Leben retten können. Doch gibt es in Berlin keine Rauchmelderpflicht. „Dennoch haben wir den Eindruck, dass Fortschritte erzielt wurden“, sagt Wilke. So habe es vor zehn Jahren noch etwa 60 Brandtote pro Jahr gegeben. 2007 starben bislang 31 Menschen durch Feuer.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 06.12.2007)
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