Ach, die Liebe ist eine Himmelsmacht. Ab und zu bricht sie sich Bahn, dann passieren Dinge, groß, wie das Woodstock-Festival. Ein unsterblicher Mythos. Warum ihn nicht wiederholen? Auf der ganzen Welt? Solange noch genug Original-Stars in der Lage sind, ihre Gitarre festzuhalten?
Kein Wunder, dass spätestens an dieser Stelle Tempelhof ins Spiel kommt. Der Nicht-mehr-Flughafen liegt zwar immer noch so funktionslos da, wie die Senatsplaner ihn hingeworfen haben – aber die ganze Welt darf ihre Ideen drauf projizieren, jedenfalls alle, die richtig Platz brauchen. Wenn schon nichts sonst Sinn gibt, dann wird das Areal eben die größte Festwiese der Welt, ätsch, München.
Woodstock, immerhin: Tempelhof hat ein schön großes Dach für die Bühne, das Areal ist asphaltiert und wird deshalb anders als das Original nicht im Matsch versinken. Love & Peace, das ist ohnehin gut für Berlin, die ewig mit sich zankende Stadt. Und in den immer weiter wuchernden Hotels finden sich gewiss genug Zimmer für gereifte Rocker, die nicht mehr im rostigen VW-Bus übernachten wollen. Ihr Hippies der Welt, schaut auf diese Stadt! (Seite 12)
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.02.2009)
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THF als Messe- und Veranstaltungsgelände wird die bisherigen Nutzungen besucherzahlenmäßig unvergleichlich weit übertreffen.
"Platz der Luftbrücke" ist ein lediglich durchschnittlicher U-Bahnhof, die S-Bahn für Fußgänger weit. Die zuführenden Straßen sind bereits jetzt oft überlastet, die Autobahn allein taugt nur bedingt.
Zum Vergleich: Ähnliche Großveranstaltungen fanden bisher an verkehrlich weit besser erschlossenen Orten statt: Messe- und Olympiagelände. Die Straße des 17.Juni ist aus allen Richtungen gut erreichbar und dennoch mussten Bahnhöfe, trotz deren Vielzahl, ob des Andrangs zeitweilig gesperrt werden, der Verkehr brach zusammen.
Die Entwicklung THFs als Event-Standort wird nicht zuletzt von der Frage nach dessen Erreichbarkeit abhängen. Die tollsten Konzepte werden auf Dauer nicht greifen, wenn die Besucher im verkehrlichen Chaos stecken bleiben.
Nur leider ist bisher nichts, aber auch garnichts darüber bekannt, wie sich Berlin dieser Herausforderung stellen wird: ein berlintypisches Phänomen.
Es wäre zutiefst blauäugig, ein Verkehrskonzept nicht gleichzeitig mit zu entwickeln. Ein solches würde auch die Akzeptanz vieler Tausend Anwohner schon im Vorhinein wesentlich erhöhen.
Die kurzfristige Anwendung polizeilicher Maßnahmen wird wie immer die Falschen treffen.