Der Pankower Politiker René Stadtkewitz bleibt bis auf Weiteres doch Mitglied der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Vor genau einer Woche hatte der Politiker, der zu Gegnern der Ahmadiyya-Moschee in Pankow gehört, überraschend seinen Austritt aus Fraktion und Partei verkündet. Er begründete das mit mangelndem Rückhalt in Fraktion und Partei, nachdem er wegen seines Eintretens für die islamkritische Bewegung „Pax Europa“ kritisiert worden war. Jetzt erklärt er, Zuspruch und Solidarität der Partei hätten ihn in seiner Entscheidung verunsichert, doch könne er seinen Entschluss „heute“ nicht widerrufen. Er wolle mit etwas Abstand eine Entscheidung treffen. Seine Funktionen als baupolitischer Sprecher und Arbeitskreisleiter hat Stadtkewitz niedergelegt. wvb.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 07.11.2009)
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Mit demokratischen Tugenden ist so ein Weltbild nicht kompatibel. Es kennt nur leuchtendes Licht und tiefste Dunkelheit. Dazwischen ist aber nichts. Gerade aber die Demokratie lebt von dem Dazwischen, von dem Austausch, der Diskussion, der Verständigung und dem Kompromiss.
Aber weil Stadtkewitz und seine rechtspopulistischen Freunde damit auf dem Kriegsfuß stehen, diffamieren sie immer wieder die mühselig erkämpften Errungenschaften der Demokratie in diesem Land und werden gegenüber engagierten Demokraten ausfallend. So sei unsere pluralistische Presselandschaft ein Kartell, die kritische Diskussionskultur eine Meinungs- und Gesinnungsdiktatur und Integrationspolitiker verblendete Gutmenschen.
Dass die CDU ein solch psychopathologisches Denken in ihren Reihen duldet, ja geradezu um dieses wirbt, steht dafür, in welch schlechtem Zustand sie sich befindet. In der Opposition kann man sich erneuern, man kann sich aber auch verrennen. Die CDU scheint beides gleichzeitig zu machen. Aber was dabei rauskommt, ist unterster Boulevard. Ich dagegen bevorzuge Shakespeare, da kann man wenigstens herzhaft lachen.
in Guten Sinnen,versteht sich ;))
toller Beitrag...
Bin schon neugierig, wieviele Wochen wir uns die Verwirrung von Hr. Stadtkewitz jetzt noch anhören müssen.
Die Vertreter anderer Ansichten als psychopathologisch, also vereinfacht als geisteskrank zu bezeichen, ist nicht im Ansatz demokratisch sondern beleidigend.
Es gab Systeme, wie zum Beispiel das der UdSSR, die Andersdenkende wenn schon nicht ins Gefängnis, so doch gerne in die Psychiatrie verbringen ließen. Ihre Geisteshaltung ist dieselbe. Sie können andere Meinungen, die nicht die Ihren sind, offensichtlich nicht ertragen und würden so handeln wie der damalige KGB.
Herr Stadtkewitz hingegen leistet einen wichtigen Beitrag für das Erkennen gesellschaftlicher Fehlentwicklungen und ist aufrechter Bürger und Demokrat, der seine Anfeindungen mit Bravour ertragen hat. Dass er glaubte, an seiner eigenen Partei verzweifeln zu müssen, verbindet ihn mit vielen Gleichgesinnten.