Berlin : ASB will trotz Insolvenz weitermachen

Kitas von Finanzmisere nicht betroffen

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Die wichtigste Nachricht wurde am Donnerstag gleich mehrfach betont: Trotz der Insolvenz wird der Arbeiter-Samariter-Bund Berlin alle seine Aufgaben weiterhin voll erbringen. Die eigenständigen 21 Kitas des ASB und die vier Horte seien von der wirtschaftlichen Schieflage des Vereins nicht betroffen.

Zwei Jahre habe man verhandelt, um den Senat zu einer Hilfeleistung zu bewegen, aber am Ende sei nichts weiter geblieben, als „die schwere Entscheidung, Insolvenz anzumelden“, sagte Johannes Kwaschik, der Vorstandsvorsitzende des ASB Berlin. Die Insolvenz ist laut Kwaschik nicht Konsequenz von Zahlungsunfähigkeit („Es wurden alle Rechnungen bezahlt“), sondern eine „bilanzielle Überschuldung.“ Die hat ihren Grund in der Sparpolitik des Senats, der 2003 die Anschlussförderung im sozialen Wohnungsbau stoppte. „Der ASB steht heute mit seinem großen kreditfinanzierten Wohnhaus im Wedding mit therapeutischen Wohngemeinschaften und betreuten und nicht betreuten Wohnungen ohne die beim Bau fest eingeplante anteilige Investitionsförderung des Landes da“, hieß es.

Oswald Menniger vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin sagte, dass die Sparpolitik des Senats auch für andere Träger kritisch sei. 1000 Betreuungsplätze und 900 rollstuhlgerechte Wohnungen seien gefährdet, sagte Menniger.

Die Bilanz des ASB wird weiter belastet durch ein Grundstück am Wannsee, das 2008 an das Land zurückgegeben werden muss. Im Mai hatte der Vermögensausschuss des Abgeordnetenhauses sich mit der Frage beschäftigt, ob das Land den ASB erneut finanziell unterstützen soll – und sich dagegen entschieden, weil der Eindruck vorherrschte, die Probleme seien hausgemacht. Das wies Kwaschik gestern nochmals zurück und lobte die Sparmaßnahmen, die der ASB seit 1998 erbracht habe. Der ASB Berlin hat insgesamt knapp 620 Beschäftigte. In den Bereichen, die von der Insolvenz betroffen sind, arbeiten 170 Mitarbeiter, fast alle im Pflegebereich.

Das Insolvenzverfahren soll im Oktober eröffnet werden. Bis dahin, da war der Insolvenzverwalter Joachim Voigt- Salus gestern sicher, werde es eine tragfähige Lösung geben. Der ASB solle auf seine Kernkompetenzen zurückgeführt werden und daran finanziell gesunden. Das Deutsche Rote Kreuz in Berlin, das 2001 Insolvenz angemeldet hatte und verschlankt weiter besteht, habe gezeigt, dass diese Verfahren ein positives Ende haben könnten, sagte Voigt-Salus. ari

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