Asbestsanierung : Deutsches Theater sucht Ausweichbühne

Mindestens bis Februar wird das Ensemble des Deutschen Theaters auf eine Alternativbühne ausweichen müssen. So lange dauern die Sanierungsarbeiten an der Schumannstraße. Als alternative Spielorte waren das Schillertheater und der Flughafen Tempelhof im Gespräch – der Spielplan ist jedoch nicht gefährdet.

BerlinTrotz der Verzögerungen bei der Sanierung des Deutschen Theaters soll der Spielplan des Hauses aufrecht erhalten werden. Dies sagte Intendant Oliver Reese gestern auf Anfrage. Zuversichtlich stimme ihn ein kurz zuvor geführtes Gespräch mit Kulturstaatssekretär André Schmitz, der ihm die „volle Unterstützung des Senats bei der Suche nach anderen Spielorten zugesagt hat“. Seit Beginn der Sanierung des Hauses spielt das Ensemble in einem Theaterzelt, das nur bis Anfang Dezember zur Verfügung steht. Ursprünglich sollte danach das Stammhaus wieder bereit stehen. Doch der Fund von Asbest in dem Altbau verzögert die Arbeiten mindestens bis Februar. Für die drei Monate zusätzlicher Bauzeit wird nun eine Ersatzspielstätte gesucht.

Wegen der Asbest-Sanierung dürften auch die eingeplanten Baukosten überschritten werden: 5,4 Millionen Euro waren veranschlagt. Bei der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung schließt man eine Überschreitung des Budgets nicht aus. Zahlen will man jedoch nicht nennen. Der giftige Baustoff kann nur von Fachleuten mit Spezialgeräten abgebaut werden. Das ist teuer. Dasselbe gilt für die Entsorgung des Asbests, das als Sondermüll behandelt werden muss.

Intendant Oliver Reese geht nach dem Gespräch mit Schmitz davon aus, „dass alle geplanten Premieren stattfinden können“. Einzelne Stücke kämen aber wohl an anderen Orten und zu anderen Terminen zur Aufführung. Das komplette Repertoire des Deutschen Theaters werde man dann wieder „vor Ende Februar“ zeigen können. Als alternative Spielstätten während der verlängerten Bauzeit waren bisher das Schillertheater und der Flughafen Tempelhof im Gespräch – beide Standorte kommen aber wohl nicht als Ausweichquartiere in Frage. Dass eine Zwischenlösung gefunden wird, darauf besteht Reese: Schließlich sei es der „Urtrieb des Theatermenschen, ob Regisseur oder Schauspieler, dass er seine Arbeit zeigen will“, sagt er. (ball)

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