Berlin : Asphalt statt Kreuzberger Pflaster?: PRO von Dimitri Bartowski

Es gab Zeiten, da ging der Senat mit drohender Randale phantasievoll um. Da wurde einfach der U-Bahn-Verkehr von und nach Kreuzberg eingestellt, damit in der City die Anti-Reagan-Demo nicht so groß würde.

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Ted: Asphalt statt Kreuzberger Pflaster? Und heute? Schlägt man sich Jahr für Jahr mit dem 1. Mai herum, beziehungsweise mit den Leuten, denen es beliebt, an diesem Tag Straßenschlachten mit der Polizei anzuzetteln. Nahezu alles hat man versucht: die Polizei hält sich zurück, die Polizei zettelt präventiv selber an, die Polizei versucht, Versammlungen überhaupt zu unterbinden. Das Ergebnis war immer das gleiche.

Not tut ein Wechsel im Denken. Wenn Abschreckung und Vergeltung nichts helfen - so hilft vielleicht Entwaffnung: Weg mit den Steinen! Wären die Wege auf dem Mariannenplatz asphaltiert gewesen statt gepflastert, den Krawallmachern hätte schlicht die Munition gefehlt. Geschleuderte Asphaltbröckchen, sollten sie herausgebrochen werden, sind harmloser als Pflastersteine.

Selbstredend ginge es nicht darum, nun in ganz Kreuzberg das Mosaikpflaster gegen Asphalt auszutauschen. In Kooperation von Tiefbauamt und Versammlungsbehörde bräuchten nur einige kritische Straßen und Plätze festgelegt zu werden; und nur dort dürfte demonstriert werden. Die Gehwegplatten könnten ohnehin liegenbleiben. Sie eignen sich nun wirklich nicht als Wurfgeschoss; da ist ja die Reichweite eines Schlagstocks größer. Und aus irgendwelchen Fenstern von oben werden die Platten auch nicht fliegen: Die Anwohner werden sich bedanken, wenn ein Autonomer anfragt, ob er am 1. Mai das Schlafzimmer zweckentfremden dürfe. Was schließlich die Flaschen betrifft: Im Olympiastadion darf das Bier auch nur im Plastikbecher verkauft werden.

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