Berlin : Astrid Lindgren: Schäkern mit Frau Lindgren - Ein Blick zurück

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Sie spielte und lachte zusammen mit den Kindern auf dem Pausenhof. Sie schäkerte in der lustigen Runde, was das Zeug hielt, und natürlich las sie aus ihren Geschichten vor. So schilderten der Tagesspiegel und andere Zeitungen im April 1966 den ersten Besuch Astrid Lindgrens in einer deutschen Schule, die ihren Namen trug: Es war die Astrid-Lindgren-Schule in West-Staaken, einem der westlichsten Zipfel von West-Berlin. Die schon damals berühmte Autorin eilte in den Spandauer Ortsteil, weil man der Schule just an diesem Tag ihren Namen verlieh.

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Das war für den Bezirk keine einfache Sache. Der Senat musste eine große Ausnahme machen - "von den Berliner Grundsätzen für Schulbenennungen", wie der Tagesspiegel berichtete. Schulen durften nicht nach Personen benannt werden, die noch unter den Lebenden weilen. Aber Spandaus Bezirksstadtrat für Volksbildung Volker Blödorn hatte wohl selbst Kinder zuhause und folglich die besten Einsichten: "Pippi und Kalle Blomquist", schrieb er, "werden von jungen Berlinern geradezu verschlungen." Das überzeugte.

Ein paar Wochen später flog Astrid Lindgren nach Berlin. Nicht zum ersten Male. Schon zehn Jahre vorher, im Dezember 1956, war die damals 51jährige Schriftstellerin in Tegel gelandet, weil sie jungen Berlinern im "Haus der Jugend" in Schöneberg aus ihren Büchern vorlesen sollte. Kein noch so schmaler Sechsjähriger passte mehr in den Saal, notierten Reporter. Und der Tagesspiegel berichtete:

"Die Kinder hatten hundert Fragen. Schreibt Frau Lindgren ihre Bücher gleich ins Reine? Nein, erst Steno und dann ins Reine in die Maschine. Und welches Buch gefällt ihr selbst am besten? Die Autorin fragt gleich zurück: "Welches magst Du denn besonders?"

Die Antwort, so lesen wir, gaben alle Kinder damals gemeinsam: "Mio, mein Mio! schrien sie sehnsüchtig."

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