Berlin : Auch Aktenzeichen XY brachte die Ermittler nicht weiter

Drei Mordfälle bleiben nach Sendung rätselhaft / Im Fall Kamecki Zeugen gesucht

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Von Jörn Hasselmann

Die Polizei hat nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ keine entscheidenden Tipps erhalten. „Nichts, was uns weiterbringt“, resümieren Ermittler der 2. und 6. Mordkommission. Das ZDF hatte behauptet, dass mehrere wichtige Hinweise eingegangen seien. „Das ZDF wollte die Sendung natürlich möglichst erfolgreich darstellen“, sagte ein Beamter des Landeskriminalamts – doch das sei wohl etwas vorschnell und zu optimistisch gewesen. Bei der Sendung wurden drei Mordfälle aus Berlin vorgestellt.

Auf die Schuhabdruckspur im Fall des im Wilmersdorfer Volkspark erstochenen Joggers Jürgen Bohm gab es keinen einzigen Hinweis, sagte ein Ermittler. „Dabei war der Schuh unsere große Hoffnung.“ Und auch sonst „gab es definitiv nichts, was uns weiterbringen“ würde. Ähnliches hört man bei der 2. Mordkommission, die den Fall der am 13. September 2001 ermordeten Rentnerin Elisabeth Dürr bearbeitet, auch, wenn hier nach der Sendung etwa 20 Mal das Telefon klingelte. Resultat: ebenfalls null. Die 63-Jährige war tot in ihrer Wohnung in der Joachimsthaler Straße in Hohenschönhausen gefunden worden. In beiden Fällen erfuhren die Ermittler zwar von jeweils einer Straftat in der Nähe des Tatorts, sie standen beide aber nicht in Verbindung zu den Mordfällen. Zum dritten Fall ging kein einziger Anruf ein. Zu dem Italiener, der als wichtiger Zeuge im Fall des versuchten Raubmords an der 57-Jährigen in Wilmersdorf gesucht wird, fehlt weiter jede Spur.

Gestern wandte sich die Polizei in einem weiteren, seit über zwei Jahren ungeklärten Mordfall an die Öffentlichkeit. Mit Phantombildern zweier Verdächtiger sucht die Polizei die Mörder des staatenlosen Stanislaw Kamecki. Der damals 80-Jährige war am Morgen des 1. August 2000 in der Kurfürstenstraße 50 in Tiergarten tot aufgefunden worden. Er starb durch „massive, stumpfe Gewalt gegen den Kopf“, hieß es bei der Polizei. Vermutlich hatte man dem Opfer eine größere Geldsumme geraubt. Als Täter werden zwei Osteuropäer verdächtigt, die zum Trinkermilieu der Bahnhöfe Zoo, Alexanderplatz und im Ostbahnhof gehören. Nach Zeugenaussagen werden die Täter „Mischka“ und „Vitali“ gerufen. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 699 327 115 entgegen.

Eine neue Spur gibt es bei einem weiteren Tötungsverbrechen. Der 42-jährige Jugoslawe, der vor drei Wochen in Spandau seine 20-jährige Tochter erstochen hat, ist vor einigen Tagen in Hannover aufgetaucht, wo er aus einer Telefonzelle des Hauptbahnhofs Hannover telefoniert hat. Das teilte das niedersächsische LKA jetzt mit. Allerdings gebe es keine Hinweise, dass sich der Gesuchte noch in der Stadt aufhält. Die Leiche der jungen Frau war in derWohnung ihrer Mutter gefunden worden.

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