Auch am Sonnabend in die Uni : Berlin bereitet sich auf Studentenansturm vor

Die Berliner Hochschulen bereiten sich auf einen Studentenansturm vor, wie ihn die Stadt noch nicht gesehen hat. Um den Andrang bewältigen zu können, soll auch am Sonnabend und elektronisch gelehrt werden.

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Berlin - Bisher hat man sich auf die letzten starken Jahrgänge und den zusätzlichen Andrang jener Schulabgänger eingestellt, die im Jahr 2012 das Abitur entweder nach der 12. oder nach der 13. Klasse abgelegt haben. Jetzt kommt die Aussetzung der Wehrpflicht noch hinzu.

Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner kündigte an, dass Berlin die Zahl der Studienplätze weiter erhöhen will. Im Jahr 2006 boten die staatlichen Hochschulen in Berlin 19 000 Plätze für Studienanfänger an. Schrittweise wurde diese Zahl auf zunächst 26 000 erhöht. Jetzt kommen wegen der Aussetzung der Wehrpflicht noch 1500 weitere Studienanfängerplätze hinzu. Für diese außergewöhnliche Leistung bekommen die Hochschulen noch in diesem Jahr zusätzlich 62 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt von Bund und Ländern und weitere acht Millionen Euro zur Finanzierung der Plätze, die durch die Aussetzung der Wehrpflicht benötigt werden.

Bundesweit erfordert die Bewältigung dieses Massenandrangs Kosten in Milliardenhöhe. Denn es müssen bundesweit 275 000 neue Studienplätze in den Jahren 2011 bis 2015 geschaffen werden und für die nicht mehr wehrpflichtigen Schulabgänger dazu 46 000 bis 59 000 weitere Studienplätze. Pro Studienplatz kalkulieren Bund und Länder mit Kosten von 26 000 Euro für vier Jahre.

Der Sprecher der Berliner Hochschulrektorenkonferenz, der FU-Präsident Peter-André Alt sagte: „Die Hochschulen sind bereit, die Aussetzung der Wehrpflicht zu schultern.“ Es würden keine Container aufgestellt, die die Stadtlandschaft nur verschandeln würden, aber es werde zu einer Umorganisation des Studiums kommen.

Die Studienplätze sollen mit zusätzlichem Lehrpersonal ausgestattet werden, aber in der großen Mehrzahl wird es sich dabei um zeitlich befristete Stellen handeln. Um den Studienandrang auch räumlich bewältigen zu können, soll auch der bisher weitgehend freie Sonnabend für den Lehrbetrieb genutzt werden, etwa für Blockseminare. Dazwischen soll elektronisch gelernt werden (eLearning).

Eines stellte FU-Präsident Alt klar: Die Finanzreserven der Hochschulen seien aufgebraucht. Sie könnten zusätzliche Studienplätze nicht mehr wie bisher vorfinanzieren, sondern bräuchten sofort zusätzliches Geld.

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