Auch für Berlin : Neue Regierung kündigt Ausbau von Bahnstrecken an

Beim Bahnausbau kann Berlin vom Koalitionsabkommen der neuen Bundesregierung profitieren. Die Bundeshauptstadt soll demnach in eine "leistungsfähige Schienenverkehrsverbindung von der Ostsee nach Südosteuropa" einbezogen werden.

Klaus Kurpjuweit

 Zudem will die neue Regierung den Bau der Strecke durch den Thüringer Wald bis 2017 abschließen. Die Fahrzeit von Berlin nach München kann sich dann von heute rund sechs Stunden auf unter vier Stunden verringern.

Noch ist die Freude in Berlin aber verhalten. Gebaut wird an diesen Verbindungen schon seit Jahren – mehr oder weniger intensiv. An den Strecken von Rostock und Stralsund nach Berlin wird aber derzeit meist nur gearbeitet, wenn Schäden beseitigt werden müssen. Dann werde allerdings geklotzt, und die Anlagen würden so gebaut, dass die Züge mit 160 km/h über die Gleise fahren können, sagte ein Bahnsprecher.

Für den Ausbau Richtung Dresden hat die alte Bundesregierung bereits Ende des vergangenen Jahres die Weichen gestellt und knapp 200 Millionen Euro freigegeben. Richtung Cottbus wird die Strecke mit Geld aus dem Konjunkturprogramm auf Vordermann gebracht.

Auch bei der Verbindung Richtung München nimmt die neue Bundesregierung Pläne ihrer Vorgänger auf. Die Strecke gehört zu den Verkehrsprojekten Deutsche Einheit, die schon die alte schwarz-gelbe Bundesregierung 1991 beschlossen hatte. Wegen der hohen Kosten hatte die rot-grüne Bundesregierung den Bau aber gestoppt. Erst unter dem bisherigen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) waren die Arbeiten dann wieder vorangetrieben worden. Sein Ziel, den Bau bis 2017 abzuschließen, hat die künftige Bundesregierung nun bekräftigt. Insgesamt soll der Neu- und Ausbau der Gleise zwischen Berlin und München 13 Milliarden Euro kosten.

Noch nicht finanziert ist der Abschnitt zwischen Coburg/Ebensfeld und Nürnberg. Hier setzen die Bahnplaner auf den künftigen Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der angekündigt hat, Investitionen nach Bayern lenken zu wollen. Fließt das Geld dort, würden auch Berliner Fahrgäste profitieren – durch die kürzeren Fahrzeiten. Klaus Kurpjuweit

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