Berlin : Auch Inline-Skater mit dabei - der Sport wird immer beliebter

Mark Milde erinnert sich noch an den ersten Versuch: "Da haben wir gerade 47 Sportler zusammenbekommen." Das war 1997 und Inline-Skating galt als Trend-Sportart für wilde Jungs, die zwischen Halfpipes hin und her fahren und dabei akrobatische Kunststücke vorführen. Wenn am Sonnabend im Rahmen des 20. Berliner Halbmarathon zum vierten Mal Inline-Skater diese Distanz bewältigen, dann hat sich das Image der Sportart verändert und die Teilnehmerzahlen sind explodiert: "Skating ist auf dem besten Weg zum Volkssport", sagt Milde, der Organisationsleiter des Halbmarathons für den Bereich Inline-Skating.

Etwa sieben Millionen Skate-Paare wurden bisher in Deutschand verkauft, von den Besitzern nehmen etwa 100 000 an Wettkämpfen teil. Im letzten Jahr liefen in Berlin etwa 200 Skater, für Sonnabend haben sich bereits 1059 angemeldet. Kurzentschlossene können sich noch am Wettkampftag in der Kongresshalle am Alexanderplatz anmelden.

Milde nennt Gründe für die wachsende Beliebtheit des Sports: "Es gibt viele, die einfach den Rausch wollen, wenn sie über die Straßen gleiten." Und eine solche Distanz kann keiner außerhalb eines Rennens absolvieren. Zwar bietet Berlin mit dem Kronprinzessinnenweg nahe der AVUS eine Trainingsstrecke, aber die gut vier Kilometer teilen sich die Skater mit Läufern und Radfahrern. Und die Blade-Night alle zwei Wochen am Tiergarten ist mehr ein nettes Zusammentreffen als ein sportlicher Wettkampf. Am Sonnabend können sich die Skater ganz ihrem Geschwindigkeitsrausch hingeben. Der Schnellste wird etwa 35 Minuten brauchen, der Sieg-Läufer dagegen über eine Stunde. "Die Skater werden pro Jahr um gut eine Minute schneller", sagt Milde, "Wir haben bei 40 Minuten angefangen."

Um diese Geschwindigkeiten zu ermöglichen, wird an engen Kurven ein Streckenwächter stehen, ähnlich dem bei Radrennen, und mit einer Fahne auf das Hindernis hinweisen. Von der Idee, diese Ecken mit Heuballen abzudecken, hat man sich schnell wieder verabschiedet: "Die Zuschauer haben die Dinger immer angezündet, das war nicht im Sinne der Polizei", erzählt Milde. Es gibt auch kaum schwere Stürze, die abzufedern wären. Ein Helm ist Pflicht, eine Ausrüstung mit Ellbogen-, Handgelenk- und Knieschonern wird empfohlen.

Für einen größeren Teil der Skater ist die Geschwindigkeit nicht entscheidend: Vor allem für ältere Sportler bietet Skating eine Alternative zum Laufen. "Skating belastet den Kreislauf, nicht aber die Gelenke", sagt Milde. Das Klientel der Sportart verändert sich: Nicht mehr nur die jungen Wilden, sondern auch ältere Sportler skaten. Und nicht mehr nur die Jungen mit der Halfpipe, sondern vor allem Frauen mögen den Sport: Während bei Laufveranstaltungen der Anteil der Frauen höchstens bei 20 Prozent liegt, sind beim Skaten die Hälfte der Teilnehmer weiblich.

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