Berlin : Auch Pflüger will keine Moschee in Pankow

Der CDU-Spitzenkandidat unterstützt die Anwohnerinitiative gegen die Neubau-Pläne der Ahmadiyya-Gemeinde

Werner van Bebber

Parteifreunde müssen zusammenhalten. So unterstützt der Spitzenkandidat Friedbert Pflüger jetzt die Pankower Parteifreunde in deren Bemühen, einen Moscheeneubau zu verhindern. Das Bauvorhaben der Ahmadiyya-Muslim-Gemein- de hat großen Streit ausgelöst. Eine Anwohnerinitiative gegen den Neubau an der Tiniusstraße in Heinersdorf formierte sich und will mit einem Bürgerbegehren Druck auf das Bezirksamt machen. Sie hat Pflügers Unterstützung.

Der Spitzenkandidat traf die Mitglieder der Initiative am gestrigen Mittwoch- mittag bei seinem Bezirksbesuch in Pankow. Vor einem großen, von der Natur begrünten Bauhof, auf dem die Moschee entstehen soll, erläuterten die Heinersdorfer Moschee-Gegner, warum sie von dem Ahmadiyya-Vorhaben nichts halten. Rechtlich, davon sind sie überzeugt, ist das Bauvorhaben nicht mehr zu verhindern. Nun wollen sie Unterschriften sammeln, um zu zeigen, dass nicht nur ein paar Anwohner aus der vorstädtisch wirkenden Siedlung die Moschee ablehnen.

Drei Argumente sprechen aus der Sicht von Karin Reinke, der stellvertretenden Vorsitzenden der Initiative, gegen das Projekt der Ahmadiyya-Gemeinde: In Heinersdorf wohnten überhaupt keine Mitglieder der Gemeinde. Deshalb könne man nicht verstehen, warum das Bethaus hier gebaut werden solle. Es wäre auch angebracht gewesen, dass sich die Gemeinde als neuer Nachbar „im Vorfeld“ vorgestellt hätte. Und drittens fürchte die Bürgerinitiative, zwischen die ideologischen Fronten linker und rechter Glaubenskrieger zu geraten, die mit dem Pankower Moschee-Streit mobilisiert haben und sich vor kurzem bei zwei Demonstrationen – für und gegen die Moschee – begegneten. Die NPD agitiert auf ihrer Internetseite, mit dem Moscheebau betreibe das Bezirksamt die „Verausländerung“ und beschwöre in Pankow Kreuzberger oder Weddinger Verhältnisse auf.

Mit der NPD wolle man nichts zu tun haben, sagte Karin Reinke. Doch sind Mitglieder der Initiative davon überzeugt, dass von einer Ahmadiyya-Moschee in der Tiniusstraße eine aggressive Missionierung ausgehen werde. Pflüger fand an den Zielen der Initiative nichts Islamfeindliches. Er berief sich auf den Sektenbeauftragten der Evangelischen Kirche, Thomas Gandow, der die Ahmadiyya-Bewegung in ihrer Glaubensstrenge mit den Zeugen Jehovas verglichen haben soll. Auf ihrer Internetseite gibt sich die Ahmadiyya-Gemeinde nicht gerade aufgeklärt. Unter der Überschrift „Verlust der Weiblichkeit“ steht das Kopftuch für die „Persönlichkeit“ der muslimischen Frau, die ihre Rechte kenne, während „die deutsche Frau ihre verkaufsfördernde Rolle, entblößt auf Millionen Plakatwänden“, spiele. Das spricht für den Missionierungsdrang der Gemeindeanhänger, aber nicht für verfassungsfeindliche Tendenzen. Die gibt es aus der Sicht des Berliner Verfassungsschutzes nicht. Die Ahmadiyya-Gemeinde sei nicht extremistisch-islamistisch. Und sie distanziere sich von Gewalt und von militanten Islamisten.

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