Berlin : Auch Rudi Dutschke bekommt Ehrengrabstätte

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Das Grab von Rudi Dutschke gehört zu den 18 Grabstätten verdienter Persönlichkeiten, deren Anerkennung als Ehrengrabstätten der Senat gestern für zunächst 20 Jahre beschlossen hat. Die Zahl der Berliner Ehrengrabstätten, die auf Landeskosten gepflegt werden, erhöht sich damit auf 737.

Mit der Dutschke-Ehrung folgte der Senat einem Parlamentsbeschluß gegen die Stimmen der CDU. Der einstige Studentenführer und führende Kopf der APO ist auf dem St. Annen-Friedhof in Dahlem begraben. Weitere neue Ehrengrabstätten sollen vor allem an Künstler und Widerstandskämpfrer erinnern. Der Komponist und Chordirigent Georg Alfred Schumann leitete 50 Jahre von 1900 bis 1050 die Singakademie zu Berlin. Joachim Gottschalk war ein brillanter Bühnen- und Filmschauspieler. 1941 beging er mit seiner Familie Selbstmord, um seiner Einberufung an die Ostfront und der drohenden Deportation seiner jüdischen Frau zu entgehen. Sein Grab liegt auf dem Stahnsdorfer Südwestfriedhof.

Auf dem Dorotheenstädtisch-Friedrichswerderschen Friedhof in der Chausseestrasse in Mitte werden zwei herausragende Künstler mit Ehrengrabstätten gewürdigt: der Schriftsteller Arnold Zweig und der Komponist Hanns Eisler. Von Eisler stammte auch die Nationalhymne der DDR "Auferstanden aus Ruinen."

Ebenfalls auf dem Friedhof in der Chausseestraße wird das Sammelgrab von acht Widerstandskämpfern, die 1945 in den letzten Kriegstagen von der SS ermordet wurden, zur Ehrengrabstätte: Klaus Bonhoeffer, Hans John, Richard Künzer, Carl Adolf Marx, Wilhelm zur Nieden, Friedrich Perels, Rüdiger Schleicher und Hans Ludwig Sierks. Konrad Agahd war ein namhafter Sozialreformer, der sich vor allem für den Kinderschutz einsetzte und so zu den Wegbereitern des "Deutschen Kinderschutzgesetzes" von 1903 gehörte. Er wurde 1926 auf dem Friedhof Buschkrugallee, Neukölln, begraben.

Auf dem Friedhof der Gemeinde Rahnsdorf, Hochlandstraße 64 in Köpenick, wird ein Familiengrab von drei Künstlern zur Ehrengrabstätte. Sonia (Sophie-Carmen) Eckhardt-Gramatté, gestorben 1974, war Musikerin und Komponistin. Ihr erster Ehemann Walter Gramatté, gestorben 1929, war Maler und Grafiker. Ihr zweiter Ehemann Walter Eckhardt war Kunstkritiker.

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