Berlin : Auch Wasser soll künftig teurer werden

-

Die Berliner werden im kommenden Jahr voraussichtlich auch fürs Wasser mehr bezahlen müssen. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) planen eine Preiserhöhung von durchschnittlich 1,9 Prozent. Nach Auskunft des Unternehmens bedeutet das für einen Durchschnittsverbraucher eine Mehrbelastung zwischen vier und fünf Euro pro Jahr.

Allerdings kann die Preiserhöhung im Einzelfall sehr unterschiedlich ausfallen, weil die Wasserbetriebe zum Jahreswechsel auch ihr Tarifmodell umstellen wollen: Künftig soll sich die Wasserrechnung aus einem Grund- und einem Arbeitspreis zusammensetzen. Der Grundpreis ist neu. Bisher mussten die Berliner nur das Wasser bezahlen, dass sie verbraucht haben – wer also den Wasserhahn nie aufdrehte, zahlte keinen Cent. Künftig sollen pauschal etwa 18 Euro pro Jahr fällig werden, wobei der genaue Betrag von der Art und Größe des Hauses und des darin montierten Wasserzählers abhängt. Da auch die Wasser- und Abwasserpreise neu kalkuliert werden, zahlt eine in einem Mietshaus wohnende Familie mit sehr hohem Wasserverbrauch im kommenden Jahr möglicherweise sogar weniger, während ein im eigenen Haus lebender Single vermutlich drauflegen muss. Insgesamt dürften Großverbraucher am ehesten profitieren, also auch Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

Am kommenden Dienstag will sich der BWB-Aufsichtsrat unter Vorsitz von Wirtschaftssenator Harald Wolf mit den Wasserpreisen befassen; erst danach will das Unternehmen einige Beispielrechnungen präsentieren. Schon jetzt ist allerdings der Hintergrund der Tarifreform klar: Erst das neue Abrechnungssystem ermöglicht weitere Steigerungen des Grundpreises in späteren Jahren, so dass auch sparsame Kunden mehr zahlen müssen. „Ich sage ganz offen, ich will den Verbrauch stimulieren“, sagte der BWB-Vorstandsvorsitzende Jörg Simon. obs

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben